Titel: Daguerreotypen auf Kupfer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 7 (S. 252–253)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi03_7

Daguerreotypen auf Kupfer.

Die Kostspieligkeit silberplattirten Kupfers bildete bisher einen ernsten Uebelstand der Daguerreotypie. Diese Schwierigkeit ist nun durch ein sehr einfaches Verfahren beseitigt worden, welches ausgezeichnete Bilder auf reinem Kupfer darzustellen gestattet. Dieses, von einem Hrn. Mialerli-Becknell zu St. John the Baptist in Louisiana erfundene Verfahren erfordert zwar ein längeres Exponiren des Bildes als wünschenswerth wäre, führt aber weit rascher zum Ziele als wenn plattirtes Kupfer angewandt wird, und entspricht einer Menge von Zwecken.

Eine glatte und vollkommen reine Kupferplatte wird beiläufig 30 Secunden in ein Bad aus 125 Gran Kupfervitriol, 75 Gran Kochsalz und 2 Unzen mit einigen Tropfen irgend einer Säure angesäuertem Wasser gelegt, und nachdem man sie herausgenommen hat, abgewaschen und mit einem weichen Tuche getrocknet. Sie ist nun zum Exponiren vorbereitet und muß einige Minuten lang, deren Anzahl von der Witterung abhängt, unter einem Glasnegativ belichtet werden. Das auf diese Weise erzeugte Bild wird dadurch fixirt, daß man es einige Secunden lang in eine Lösung von unterschwefligsaurem Natron, welche etwas Chlorsilber enthält, eintaucht. Es muß |253| alsbald wieder herausgenommen werden, wenn die Partien, welche röthlich waren, weiß werden und die Schatten eine violette Färbung annehmen, die in Schwarz übergeht; hierauf wird es gewaschen und über einer Weingeistlampe getrocknet. Da das Schwarz aus einem feinen Pulver besteht, so wird das Bild leicht verwischt, bevor man es gefirnißt hat. Hinsichtlich des Processes bei diesem Verfahren vermuthet der Erfinder daß die empfindliche Oberfläche aus Kupferchlorür besteht, und daß diejenige Partie derselben, auf welche das Licht nicht einwirkte, durch das (Chlorsilber enthaltende) unterschwefligsaure Natron aufgelöst wird, wobei sich Silber auf die in dieser Weise bloßgelegte Kupferoberfläche niederschlägt. (Mechanics' Magazine, April 1866, S. 249.)

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