Titel: Anstrich für eiserne Krystallisirgefäße.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 5 (S. 346)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi04_5

Anstrich für eiserne Krystallisirgefäße.

Wie wichtig die Größe, Form und der Stand eines großen Krystallisirgefäßes zur Erzielung bestimmter Krystalle sind, wird den meisten technischen Chemikern aus der Praxis bekannt seyn; nicht minder wichtig ist jedoch auch das Material, aus welchem die Gefäße gemacht werden. Bei großen Laugen von werthvolleren Salzen ist Holz fast immer zu verwerfen, weil meistens die Fugen der Holzgefäße dem Druck der Laugen nur kurze Zeit widerstehen und dann ein schwer zu hemmendes Lecken anfangen. Eiserne Gefäße wurden vielfach angewandt (selbstverständlich nur bei neutralen oder alkalischen Laugen), aber theils wieder abgeschafft, weil das fortwährende Rosten und die Gelbfärbung der Salze durch Rost nur schwierig gehindert werden konnte. Verschiedene Anstriche der sonst überaus praktischen eisernen Krystallisirgefäße führten zu einem durchaus negativen Resultate: entweder ließ der Anstrich los, oder der Rost drang durch den Anstrich, sobald das Gefäß ein oder zwei Tage leer gestanden hatte. Eine Mischung von Zinkoxyd und Wasserglas, wie selbe früher empfohlen wurde, ist absolut unbrauchbar; sie sitzt zwar fest auf dem Eisen, verhindert jedoch das Rosten nicht. Oelfarben wurden mehrere zum Anstriche geprüft, alle ließen mehr oder minder los, nur der sog. Eisenmennig (Eisenoxyd und Thonerde) entsprach allen Anforderungen. Der Eisenmennig ist fein verrieben und mit Leinöl, welches mit Mangansiccativ behandelt wurde, zu vermischen. Die Eisenwände müssen sorgfältig gereinigt werden; den Rost schleift man mit Bimsstein ab. Die vollkommen trockenen Wände werden zweimal gestrichen, jedoch erst nach erfolgtem Trocknen des ersten Anstriches.

Salpeter, schwefelsaures Kali, Chlorbaryum und salpetersaurer Baryt wurden in so behandelten eisernen Krystallisirgefäßen dargestellt und stets von absoluter Weiße erhalten, und erst nach einem Jahre hatte man nöthig, die Gefäße nachzusehen. Die Farbe war nur abgegangen, wo die Salzkruste festgesessen hatte und die Arbeiter unvorsichtig beim Herausschlagen derselben zu Werke gegangen waren. Dr. Julius Stinde. (Hamburger Gewerbeblatt, 1866, Nr. 43.)

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