Titel: Darstellung des übermangansauren Natrons.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 6 (S. 346–347)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi04_6

Darstellung des übermangansauren Natrons.

Dieses Salz, welches als Desinfectionsmittel etc. jetzt häufige Verwendung findet, wird nach der „pharmaceutischen Centralhalle“ auf folgende Weise in Berlin dargestellt:

Eine Lösung von 12 Theilen wasserfreiem Aetznatron, also 36 Thle. Aetznatronlauge von 1,337 spec. Gewicht oder 34 Thle. einer solchen von circa 1,365 spec. Gew., frisch oder möglichst frei von Kohlensäure, wird in einem eisernen Kessel nebst 10 Th. chlorsaurem Kali unter Umrühren und allmählichem Zusatz von 18 Thln. gutem und sehr fein gepulvertem Braunstein in kleinen Portionen so lange eingedampft, bis eine herausgenommene Probe beim Erkalten erstarrt. Bei stärkerem Feuer erhitzt man nun weiter, bis die Masse völlig ausgetrocknet und krümlich trocken ist. Diese Masse füllt man in eiserne Grapen und erhitzt sie in denselben bis zum Rothglühen. Nach dem Erkalten wird sie in kleine Stücke zerschlagen, und in einem eisernen Kessel mit circa 200–220 Thln. oder der 15–17fachen Menge Wasser übergossen oder umgekehrt in 200 Thln. kochendes Wasser eingetragen. Nach genügender Lösung setzt man die Flüssigkeit bei Seite und decantirt diese mittelst eines gläsernen Hebers nach 24 Stunden in Stein- oder Glasflaschen. – Der Rückstand, welcher nach dem Auswaschen des Schlammes |347| verbleibt, wird getrocknet, gepulvert und zu einer neuen Darstellung an Stelle des Mangansuperoxyds verbraucht und 12 Thle. = 10 Thle. Braunstein gerechnet.

Das Hamburger Gewerbeblatt, 1866 Nr. 34, empfiehlt dagegen, in einem eisernen Grapen 10 Thle. Aetznatron und 1 Thl. Kalisalpeter bis zum Schmelzen zu erhitzen; wenn die beiden Salze ruhig wie Oel fließen, so trage man nach und nach 6 Thle. Braunstein von mindestens 80 Proc. ein, der zuvor auf einer Platte oder in einem Grapen beträchtlich erhitzt worden ist. War der Braunstein heiß genug, so tritt keine Unterbrechung im Schmelzen ein. – Man rührt gut um, – wenn die Masse erstarren sollte, mit einem glühend gemachten Spatel, – nimmt dann und wann eine Probe und löst im Wasser. Möglichste Lösung mit tiefgrüner Farbe zeigt das Ende der Operation an. Der Grapen wird mit einem vorher glühend gemachten Schöpflöffel geleert und sogleich beschickt. Ein Arbeiter kann drei solcher Grapen in Arbeit haben und an einem Tag leicht gegen 2 Ctr. übermangansaures Natron darstellen. Man nehme nicht zu viel Schmelze auf einmal, da eine größere Menge schwieriger zu schmelzen ist und wenn die Masse einmal abgekühlt und fest geworden ist, es sehr lange dauert, ehe sie wieder dünnflüssig wird. Der im Kessel verbleibende dicke Schlamm wird mit Wasser ausgelaugt und dieses Waschwasser zum Auflösen einer neuen Schmelze verwendet, oder man leitet in dasselbe bis auf circa + 15° C. abgekühltes Chlorgas, bis es damit gesättigt ist und verkauft es als ein besonderes Desinfectionsmittel.

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