Titel: Joubert's emaillirte Photographien; von G. W. Simpson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 9 (S. 347–348)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi04_9

Joubert's emaillirte Photographien; von G. W. Simpson.

Kürzlich hatte ich Gelegenheit Joubert's Emailproceß (worüber eine Notiz im polytechn. Journal, 1862, Bd. CLXV S. 317 mitgetheilt wurde) genauer zu studiren. Die Methode wurde hier (in England) vor einigen Jahren patentirt und ist sicher die Basis gewesen, auf welche Hr. Obernetter seinen Proceß77) gegründet hat. Eine |348| der interessantesten Thatsachen ist die Anwendung der Magnesiumlichter bei diesem Proceß. Das gewöhnliche Tageslicht variirt zu sehr in seiner Stärke, als daß man die Expositionszeit genau bestimmen könnte. Daher wendet Joubert jetzt immer Magnesiumlicht an und exponirt so lange, bis eben eine durch Versuche vorher bestimmte Quantität Draht verbrannt ist. Er brennt denselben ungefähr 6 Zoll vor dem Copirrahmen ab und findet die so erhaltenen Emailbilder feiner und modellirter als die mit Tageslicht gemachten.

Joubert's Operationsmethode ist jetzt folgende:

Eine Platte wird mit Rohcollodium überzogen und die trockene Haut mit folgender Mischung übergossen:

3 Theile Albumin,
3 „ Zucker,
5 „ gesättigte chromsaure Ammoniaklösung,
20 bis 30 „ Wasser.

Das Ganze wird vorsichtig über der Gaslampe getrocknet und dann unter einem weichen Positiv im Magnesiumlicht exponirt. Er verbrennt dazu 3 oder 4 Fuß dünnen Draht. Dann stäubt er das Bild mit Emailfarbe ein. Diese hängt sich nur an die nicht vom Lichte getroffenen Stellen. Schließlich behandelt er das Bild mit Alkohol, dem einige Tropfen Salpetersäure zugesetzt sind. Am Ende wird das Bild gründlich gewaschen, bis alles chromsaure Salz entfernt ist, und getrocknet. Das Bild wird alsdann mit der Collodiumhaut abgelöst, auf das Porzellan übertragen, das Collodium aufgelöst und schließlich das Ganze in der Muffel eingebrannt. Das Brennen dauert nur wenige Minuten. (Mittheilungen des Berliner photographischen Vereins, November 1866, S. 207.)

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Polytechn. Journal Bd. CLXXVIII S. 228.

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