Titel: Zeiger-Telegraphen mit beweglichem Zifferblatte und Uhren ohne Zeiger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 3 (S. 425)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi05_3

Zeiger-Telegraphen mit beweglichem Zifferblatte und Uhren ohne Zeiger.

In zwei Artikeln geben die Les Mondes (October 1866, S. 310 und 311) von einer Erfindung Nachricht, welche Ed. Néel (zu Montfarville bei Barfleur) in der letzten Zeit den allgemeinen Umrissen nach bekannt gegeben hat, und die sowohl für den Zeigertelegraphen als auch für die gewöhnlichen Uhren ihre Anwendung finden kann.

Da bei den Zeigertelegraphen, welche ihrer Einfachheit halber – seit Wheatstone's Erfindung in den verschiedensten Formen construirt – leicht benutzt und in allen Sprachen verwendet werden können, das Auge des Empfängers sehr ermüdet wird, wenn er bei einem längeren Telegramme den Sprüngen des Zeigers aufmerksam durch einige Zeit folgen muß, so mag es von Vortheil seyn, die Anordnung so zu treffen, daß das Auge bloß auf einen bestimmten Punkt fixirt wird, wo es dann jedes der mitgetheilten Signale abzulesen hat. Um dieses zu bewerkstelligen, bringt Néel an der Achse des mit 13 Zähnen versehenen (und durch elektromagnetische Wirkungen schrittweise in Drehung versetzten) Steigrades ein Zifferblatt an, auf welchem die Buchstaben und telegraphischen Zeichen von der Rechten zur Linken eingeschrieben sind, und das mittelst eines kleinen Triebwerkes in Drehung versetzt wird. Dieses bewegliche Zifferblatt ist durch einen Schirm verdeckt, der an einer bestimmten Stelle eine mit einem Glasfensterchen verschlossene Oeffnung hat, deren Breite einem Ausschnitte des Zifferblattes entspricht, welche dem 26sten Theile des letzteren gleich ist. Mittelst des Manipulators des Telegraphenapparates kann beim Signalisiren das Triebwerk, also auch das bewegliche Zifferblatt, arretirt und mithin durch elektromagnetische Wirkung so eingestellt werden, daß das telegraphirte Signal jedesmal an der genannten Oeffnung sichtbar wird. Näheres über die Einrichtung, bei welcher gleichsam das Zeichengeben der bekannten elektrischen Haustelegraphen nachgeahmt zu seyn scheint, gibt unsere Quelle nicht.

Für die gewöhnlichen Uhren will Néel dasselbe Princip anwenden, indem er sowohl für die Stunden, als auch für die Minuten und Secunden bewegliche Zifferblätter anstatt der Zeiger anbringt, die durch Schirme verdeckt bleiben, und wobei man an einem kleinen Fensterchen, mit welchem eine jede der drei zugehörigen Oeffnungen versehen ist, immer an fixen Stellen die Stunden, Minuten und Secunden, welche die Uhr zeigen soll, ablesen kann.

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