Titel: Ueber das Verhalten des Kalkes beim Brennen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 5 (S. 426)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi05_5

Ueber das Verhalten des Kalkes beim Brennen.

Der Bulletin de la Société de l'industrie minérale, t. X p. 511, enthält einen sehr ausführlichen Aufsatz von J. Dorlhac und Saminn über die Kalkindustrie des Mayennedepartements, welchem wir eine Angabe über das Verhalten des Kalkes beim Brennen entnehmen, die unseren Lesern neu seyn dürste. Wir meinen hiermit nicht die Beobachtung, daß zwei aus demselben Kalksteinblocke gefertigte Cylinder, welche in Porzellanröhren demselben Hitzegrade ausgesetzt wurden, während über den einen Wasserdampf, über den anderen ein Luftstrom geleitet wurde, in derselben Zeit nicht gleichviel Kohlensäure verloren (100 Th. Kalkstein verloren im Wasserdampfe 3,103 Th. Kohlensäure mehr als in der Luft); denn sollte diese jedenfalls nicht sehr erhebliche Verschiedenheit nicht wirklich in der Natur des Wasserdampfes, sondern vielmehr darin begründet seyn, daß der Dampfstrom durch eine größere Geschwindigkeit das Austreiben der Kohlensäure beförderte, so wäre dieß nur eine Bestätigung der schon seit den Beobachtungen Gay-Lussac's bekannten Thatsachen.

Die Verfasser haben aber beobachtet, daß jene beiden Cylinder beim Brennen eine Volumenzunahme erlitten: vor dem Brennen waren sie beide 27 Millimeter lang und 17 Millimeter dick, nach vollständigem Brennen aber 28 Millimeter lang und 17,7 Millimet. dick; ihr Volumen war also etwa um ein Zehntel vermehrt. Es ist die Bemerkung hinzugefügt, daß dieselbe Zahl sich auch aus den Versuchen mehrerer Anderen ergeben habe. Wir haben nirgends eine gleichlautende Angabe finden können; in allen Lehrbüchern der Chemie wird vielmehr ausdrücklich eine Verminderung des Volumens beim Brennen angegeben. (Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1866, Bd. X S. 684.)

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