Titel: Ueber Darstellung der Ameisensäure; von J. C. Sticht aus Brooklyn bei New-York.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 7 (S. 427)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi05_7

Ueber Darstellung der Ameisensäure; von J. C. Sticht aus Brooklyn bei New-York.

Die im vorigen Jahre von Lorin empfohlene Darstellung von Ameisensäure aus Oxalsäure mittelst Glycerin (polytechn. Journal Bd. CLXXVIII S. 300) habe ich im Großen probirt und kann ich dieselbe sehr empfehlen. Ich verfuhr folgendermaßen. In eine 60 Gallons haltende, durch gespannten Dampf zu heizende bleierne Destillirblase wurden 100 Pfd. ganz gewöhnliches Glycerin von 26° Baumé, 75 Pfd. Oxalsäure und 75 Pfd. Wasser gebracht. Dieß geschah am Abend; während der Nacht ließ man gerade so viel Dampf durch das in die Blase mündende Bleirohr streichen, daß das Ganze dem Kochen nahe, aber nicht höher erhitzt wurde und auf dieser Temperatur blieb. Am anderen Morgen erhöhte man die Temperatur und destillirte so lange als etwas überging, worauf wieder 50 Pfd. Wasser nachgegossen und dasselbe wieder abdestillirt wurde. Diese Operation wiederholte man zwei Tage lang, worauf man sämmtliches Destillat mit kohlensaurem Natron sättigte und zur Trockne verdampfte. Es hinterblieben 62 Pfd. ameisensaures Natron. Die später daraus bereitete Ameisensäure war ganz rein.

Dieses Verfahren bietet im Vergleich zu dem älteren große Vortheile dar, wie Jeder zugeben wird, der je Ameisensäure aus Stärkmehl und Braunstein bereitet hat. Die Säure läßt sich auf diese Weise leicht in großen Quantitäten darstellen. Das Glycerin kann immer wieder zu demselben Zwecke verwendet werden. (Wittstein's Vierteljahresschrift, Bd. XVI S. 49.)

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