Titel: Quillayarinde als Waschmittel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 10 (S. 487)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi06_10

Quillayarinde als Waschmittel.

Der Gebrauch der Rinde der in Chile wachsenden Quillaya saponaria als Waschmittel ist ein allgemeinerer geworden und die Zufuhren dieser Rinde kamen bereits in ganzen Schiffsladungen nach den europäischen Häfen. Es soll festgestellt seyn, daß ein Pfund Quillaya 3 Pfd. grüner Seife entspricht, daß die damit auch auf den Schafen gewaschene Wolle bei genügender Entfettung und völliger Befreiung von Schmutz schöneren weißen Glanz und trockenere Beschaffenheit zeigt, als bei Seifenwäsche der Fall ist, und daß die Quillaya auch für gefärbte Wollen- und Seidenstoffe, sowohl bei Anwendung in Haushaltungen, als auch im Großen den Vorzug vor anderen Mitteln besitzt. Die Anwendung geschieht in gröblicher Zerkleinerung, wie Häcksel geschnitten, warmes Wasser zieht dann den wirksamen Stoff mit Leichtigkeit aus, nur muß eine trockene Aufbewahrung der Rinde vorhergegangen seyn. – Unter dem Namen Eau Rolland wird von G. E. und E. L. Rolland in Paris eine Flüssigkeit zum Reinigen von Geweben, Holz, Stein, Glas und Metall verkauft, die aus 8000 Th. Wasser, 500 Th. Seifenrinde und 86 Th. käuflicher Ammoniakflüssigkeit besteht. – Nach der land- und forstwirthschaftlichen Zeitung stellte v. Gohren einen vergleichenden Versuch mit zwei Wollwaschmitteln, dem Hirsch'schen und der Quillayarinde an. Das Hirsch'sche Pulver besteht zur Hälfte aus Soda, zur Hälfte aus organischen Substanzen, letztere wahrscheinlich aus pulverisirter Guillaya und Saponaria, so daß man sich dieses Waschpulver leicht und billig herstellen kann. Daß das Pulver besser wirkte als die Quillayarinde, erklärt sich dadurch, daß die Wirkung der letzteren allein auf ihrem Gehalt an Saponin beruht, während im H.'schen Pulver Saponin und Alkalien vertreten sind. Die Wäsche mit Quillayarinde kann zwar recht weiße Wolle liefern, die Entfettung aber ist auffallend gering. Die Quillayarinde ist also ein für den Producenten vortheilhafteres Waschmittel, das H.'sche Pulver für den Fabrikanten. Der Kostenpunkt stellt sich für beide Mittel ziemlich gleich, und zwar Rinde zu Pulver wie 6 : 7.

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