Titel: Anwendung des Glycerins beim Gypsguß.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1866, Band 182/Miszelle 9 (S. 486–487)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj182/mi182mi06_9

Anwendung des Glycerins beim Gypsguß.

Eine neue Verwendung des Glycerins, welche von dem Unterzeichneten aufgefunden wurde, möchte geeignet seyn, auch anderwärts mit Nutzen gebraucht zu werden. Es betrifft dieselbe die Anwendung des Glycerins bei Anfertigung von Abgüssen aus Matrizen von Gyps, wie solche häufig bei den Bossirarbeiten an hiesiger Anstalt vorkommen.

Bisher bediente man sich für diesen Zweck eines Seifenwassers, womit die Matrize bestrichen wurde, um die Lostrennung des Gypsgusses bewerkstelligen zu können. Seit längerer Zeit bemerkte man aber, daß die Seifenlösung bei weitem nicht mehr so gute Dienste leiste, wie früher, und die Lostrennung des Gusses war eine sehr mühsame und zeitraubende Arbeit, wobei nicht selten auch Beschädigung des Gusses eintrat. Ohne Zweifel liegt die Ursache in der schlechteren Beschaffenheit der Seife, und auch die Oleinseife des Handels scheint für diesen Zweck nicht so geeignet zu seyn. Versuche, die Seife durch Glycerin zu ersetzen, führten zu keinem befriedigenden Resultate, da dasselbe zu schnell in die poröse Gypsmasse der Matrize eindrang. Bestrich man aber |487| die letztere zuerst mit einer Seifenlösung und darauf mit Glycerin, so war das Resultat ein höchst befriedigendes, indem sich der Gypsguß nach dem Erstarren leicht und rein von der Matrize ablösen ließ, letztere beim Lostrennen sogar in ganzen Platten absprang und so die Trennung in kurzer Zeit und ohne Gefahr der Beschädigung des Gusses durch Abspringen kleiner Theile erfolgte.

Das Bestreichen der Form mit Glycerin geschieht sehr leicht mit Hülfe eines Pinsels. Dr. Hofmann. (Hamburger Gewerbeblatt, 1866, Nr. 46.)

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