Titel: Black's Federn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184, Nr. LXII. (S. 303–304)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/ar184062

LXII. Black's aus elliptischen und wellenförmigen Platten combinirte Federn.

Aus dem Journal of the Franklin Institute, Januar 1867, S. 46.

Mit einer Abbildung auf Tab. V.

Um die Vorzüge der in Nachstehendem beschriebenen Federn entsprechend würdigen zu können, ist es nothwendig, vorerst aus die Mängel der bis jetzt im Gebrauche befindlichen Federn verschiedener Construction aufmerksam zu machen.

Bei den Spiralfedern drückt die elastische Kraft einer einzigen Windung die elastische Kraft der gesammten Feder aus, daher ein Gewicht, welches eine Windung einer solchen Feder zusammenzupressen vermag, auch die ganze Feder zusammenzudrücken im Stande ist. Derartige Federn sind folglich in ihrer Wirkung zu sehr beschränkt. Um diesem Uebelstande einigermaßen abzuhelfen, hat man häufig bei Anwendung solcher Federn den inneren hohlen Raum zwischen den Windungen mit Wolle ausgefüllt, welche jedoch die elastische Kraft der Feder nur so lange erhöht, als sie nicht selbst zu einem unelastischen Klumpen zusammengeballt ist.

Ein wesentlich besseres Resultat wird durch die Anwendung von Federn erzielt, welche aus einzelnen Blättern zusammengesetzt sind. Hier wird, wenn die Feder spielt, die Wirkung in der Art vertheilt, daß die elastische Kraft, indem sie mit größerem Erfolge wirksam wird, der zusammendrückenden Kraft einen vermehrten Widerstand darbietet. Wenn nämlich die auf die Feder wirtende Kraft zunimmt, so werden in jeder Hälfte der Feder die einzelnen Blätter fester auf einander gedrückt und vereinigen sich immer mehr zu einer dickeren und steiferen Masse. Aber auch hier ist der Erfolg kein vollkommener, da die erzielbare Widerstandsfähigkeit durch die Stärke der mittleren Platten begrenzt wird.

Eine andere Construction besteht in einem System von bloß übereinanderliegenden wellenförmigen Platten; dasselbe ist jedoch ebenfalls aus zwei Hauptgründen mangelhaft. Erstens wirkt nämlich der Druck bei diesen Blättern nur in einzelnen Punkten, deren Anzahl oder Lage sich während der Zunahme des Druckes nicht ändern kann, daher sie keinen vermehrten Widerstand darzubieten vermögen. Zweitens fehlt einer so construirten Feder für die Anwendung eines nur mäßigen Druckes die Geschmeidigkeit, welche durch eine lange Feder erzielt wird.

Was nun die in Fig. 28 dargestellte, aus gewellten und elliptisch gebogenen Blättern zusammengesetzte Feder anlangt, so ist bei derselben |304| die Elasticität wesentlich größer, als bei den anderen Systemen. Es kommt nämlich, wenn diese Feder zusammengedrückt wird, die wellenförmig gebogene Platte, welche unmittelbar über der elliptischen Feder liegt, an anderen Punkten mit dieser in Berührung als vorher, so daß der Angriffspunkt der Kraft mit der Zunahme des Druckes immer mehr aus der Mitte der elliptischen Feder gegen die widerstandsfähigeren Enden derselben gerückt und zugleich die Widerstandskraft der combinirten Feder wesentlich erhöht wird. Eine solche Feder ist auch dann noch wirksam, wenn die innere elliptische Feder durch das Gewicht ganz zusammengedrückt seyn sollte, da die wellenförmige Platte dann noch fortfährt als eine starke und steife Feder zu wirken. Es ist somit die Wirkungsfähigkeit dieser Anordnung eine weit größere, als die einer jeden anderen bisher bekannten Combination.

Die Kraft der so construirten Federn kann mit Leichtigkeit, sowohl durch Vermehrung der Zahl der combinirten Federn, als auch durch Verstärkung der einzelnen Blätter, bis zu jedem gewünschten Grade erhöht werden.

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