Titel: Verfahren zum Schönen trüb und zäh gewordener weißer Weine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 12 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi01_12
|80|

Verfahren zum Schönen trüb und zäh gewordener weißer Weine.

Für die Schönung trüb und zäh gewordener weißer und Schillerweine, auf welche die gewöhnlichen Mittel – Ablassen, Peitschen, Gelatinschöne – keine Wirkung zeigen, empfiehlt Hr. Medicinalrath Dr. Haidlen in Stuttgart folgendes, auf bekannten chemischen Thatsachen beruhendes Verfahren, welches leicht auszuführen ist und Geruch, Geschmack und Farbe der Weine in keinerlei nachtheiliger Weise verändert. Die für einen Eimer erforderlichen Materialien sind 1/2 Pfund schwarzer Thee (am billigsten sogen. Congo-Thee, wovon das Pfund circa 1 fl. 15 kr. kostet) und 2 Quent beste Hausenblase. Der Thee wird mit etwa 2 Maaß des zu schönenden Weins in einem gut bedeckten Gefäß unter häufigem Umschütteln einige Tage in Berührung gelassen. Die Hausenblase wird fein zerschnitten und in der Wärme in einem Schoppen Wasser gelöst. Das Schönungsverfahren besteht nun darin, daß die durch Leinwand geseihte erwärmte Lösung der Hausenblase mit einigen Maaß des zur Schönung bestimmten Weins (der selbstverständlich vorher durch Ablassen von der Hefe getrennt seyn muß) gut vermischt, sodann dem im Fasse befindlichen übrigen Wein der durch Abseihen von den Theeblättern getrennte weinige Theeaufguß unter starkem und anhaltendem Umrühren hinzugefügt und endlich die Hausenblasenlösung unter abermaligem nachhaltigem Rühren zugesetzt wird. Nach einigen Tagen ist in der Regel die Ablagerung der schleimigen und trübenden Weinbestandtheile auf den Grund des Fasses erfolgt. Man trennt den Wein von ihnen durch vorsichtiges Ablassen. Obiges Verfahren hat sich in mehreren Fällen bei weißem Wein von 1865, der bekanntlich die Neigung zum Zäh- und Trübwerden in sehr unerwünschtem Grade zeigt, bewährt. (Württembergisches Gewerbeblatt.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: