Titel: Compositionen zum Schutze metallischer Oberflächen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 7 (S. 78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi01_7

Compositionen zum Schutze metallischer Oberflächen.

In England sind kürzlich (wie das Mechanics' Magazine berichtet) einige mittheilenswerthe Compositionen patentirt worden, theils zum Schutze von Dampfkesseln, Röhren und Cylindern vor Ausstrahlung der Wärme, theils zum Schutze von Metallen vor Oxydation; sie sollen sich durch Dauerhaftigkeit und Billigkeit auszeichnen.

Zum Schutze von Dampfkesseln wendet man zwei Compositionen übereinander an. Zuerst gibt man dem Eisen einen Ueberzug von 1/8 Zoll Dicke aus einer Mischung von 1 Ctr. Mastix, 5 Ctr. Schlämmkreide und 56 Quart Leinölfiniß. Man mengt den Mastix und die Schlämmkreide und setzt den Leinölfirniß bis zur Consistenz von Glaserkitt zu. Vor dem Auftragen reibt man die Oberfläche des Metalles mit etwas Leinöl an; nach dem Auftragen, wenn der Kitt weich ist, steckt man eine Menge von kleinen Stückchen von Schiefer, Austerschalen u. dgl. hinein, und läßt zwei bis drei Tage trocknen. Dann gibt man einen zweiten, 1/2 Zoll starken Ueberzug aus einer Mischung von 1 Ctr. Roman- oder Portland-Cement, 3 Ctr. gewaschenen Sand und 10 Pfd. Kuhhaare; die Materialien werden mit Wasser bis zur Consistenz von Glaserkit angemacht und mit einer Bewurfkelle aufgetragen, ganz wie der Putz von Mauern. Ueber diesen Ueberzug gibt man noch einen dritten, von derselben Beschaffenheit und Dicke wie der zweite, und kann dieß noch einmal wiederholen.

Zum Ueberziehen von Dampfröhren und Dampfcylindern verfährt man ganz ähnlich. Die Materialien für den ersten Ueberzug sind jedoch 1/2 Ctr. Bleiweiß, 1 Ctr. Mastix, 1 Ctr. Schlämmkreide, und so viel Leinölfirniß, bis die Consistenz von Glaserkitt erreicht ist; nach dem Auftragen steckt man wie oben Schiefer- oder Austernschalen-Stückchen hinein. Die Materialien für die äußeren Ueberzüge sind 1 Ctr. Roman-Cement, 2 Ctr. gewaschenen Sand und 20 Pfd. Kuhhaare, angemacht wie vorher.

Zum Ueberziehen von eisernen Schiffsböden zur Verhütung von Oxydation verfährt man ganz wie in den obigen Fällen; die Composition für den ersten Ueberzug besteht hier aus 1 Centner Mastix, 3 Ctr. Schlämmkreide, 1/2 Ctr. trocknem Bleiweiß und 1/2 Ctr. Bleiweiß-Oelfarbe; für den zweiten Ueberzug nimmt man 1 Ctr. Roman-Cement und 2 Centner gewaschenen Sand ohne Kuhhaare. (Breslauer Gewerbeblatt, 1867, Nr. 24.)

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