Titel: Email für Ofenkacheln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 7 (S. 164–165)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi02_7

Email für Ofenkacheln.

Nach einer Mittheilung von P. Kretschmann in der Leipziger polytechnischen Gesellschaft verwendet Feilner in Berlin zu seinen Oefen, den „Berliner Kachelöfen,“ eine besondere Sorte Thon, die bei Velten, circa 8 Meilen von Berlin, gefunden wird. Es ist bis jetzt noch nicht gelungen, auf künstlichem Wege eine Masse herzustellen, welche dieselben Eigenschaften besitzt wie dieser Veltener Thon, der daher trotzdem, daß die Thonlager eine sehr weite Verbreitung haben, sehr hoch im Preise steht, und jetzt nach Hamburg, Hannover, Frankfurt a. M., Basel und Dresden geht. An letzterem Orte ist die Email-Oefenfabrik von Chr. Seidel durch ihre sehr saubere Waare, welche der Berliner gleichsteht, ja sie sogar durch Neuheit der Erfindung noch übertrifft, rühmlichst bekannt. Die von Feilner und später auch von drei anderen Fabrikanten angewendete Glasur besteht aus Email, d.h. Krystallglas, welches durch Zinnoxyd weiß gefärbt ist. Einige Substanzen, welche den schönen Spiegel bewirken, sind Fabrikgeheimniß. Die zur Herstellung dieser Email dienenden Materialien werden in der höchsten Weißglühhitze zusammengeschmolzen, dann pulverisirt und es wird nun auf besonderen Mühlen eine feine Milch aus diesem Pulver hergestellt. Mit dieser werden die schon einmal gebrannten und geschliffenen Kacheln überzogen und dann |165| nochmals gebrannt. Jede Kachel hat bei ihrer Herstellung zweimal 40 bis 48 Stunden Weißglühhitze auszuhalten. Die Hauptvorzüge der Emailglasur bestehen darin, daß sie an Farbe und Glanz dem feinsten Porzellan gleichkommt, sich niemals abblättert und auch nie fleckig wird.

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