Titel: Ueber die Einwirkung des Kupferoxyd-Ammoniaks auf Pflanzenfaser, von W. Skey.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 9 (S. 165)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi02_9

Ueber die Einwirkung des Kupferoxyd-Ammoniaks auf Pflanzenfaser, von W. Skey.

Bringt man rohe oder bereits verarbeitete Baumwolle mit einer concentrirten Lösung von Kupferoxyd-Ammoniak in Berührung, so wird (wie bekanntlich Schweitzer schon i. J. 1857 nachgewiesen hat) ein bedeutender Antheil derselben aufgelöst und durch Kochen der Flüssigkeit, sowie durch Einwirkung der Luft, wenn sie derselben kurze Zeit hindurch ausgesetzt wird, oder durch den Zusatz eines Ueberschusses von Säure läßt sich ein flockig-gelatinöser Niederschlag abscheiden, welcher nach dem Trocknen das Ansehen von lufttrockenem Thonerdehydrat hat. In Wasser, Alkohol, Aether, Salpetersäure und Kali ist dieser Niederschlag unlöslich; er verbrennt sehr leicht und hinterläßt eine nur geringe Aschenmenge.

Die Einwirkung des Kupferoxyd-Ammoniaks auf Pflanzenfaser ist noch auffallender, wenn man Filtrirpapier mit dieser Verbindung behandelt. Die Fasern des Papieres schwellen sehr beträchtlich auf und schließlich löst sich das ganze Papier zu einer schleimig-klebrigen Masse von Syrupsconsistenz auf, welche in kaltem Wasser vollständig löslich ist, indessen ganz unlöslich wird, wenn man sie mit demselben kocht, oder sie der Einwirkung der Luft aussetzt oder überschüssige Säure hinzufügt. Diese raschere und leichtere Löslichkeit der Pflanzenfaser (Cellulose) in Form von Papier in Kupferoxyd-Ammoniak rührt ohne Zweifel von der Veränderung her, welche sie im Laufe der verschiedenen Processe, denen sie bei der Umwandlung zu Papier unterworfen wurde, erlitten hat.

Die Zusammensetzung dieser durch Einwirkung des Kupferoxyd-Ammoniaks auf Pflanzenfaser erzeugten Substanz hat Skey nicht ermittelt; jedoch ergibt sich aus ihren Eigenschaften eine bedeutende Aehnlichkeit mit Gummi. (Chemical News, vol. XV p. 1; Januar 1867.)

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