Titel: Ueber das Rothfärben von Holz, Leder, Knochen, Horn, Seide, Wolle etc.; von C. Puscher in Nürnberg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 13 (S. 283)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi03_13

Ueber das Rothfärben von Holz, Leder, Knochen, Horn, Seide, Wolle etc.; von C. Puscher in Nürnberg.

Zum Rothfärben der angeführten Stoffe empfiehlt der Verfasser (Fürther Gewerbezeitung, 1867 S. 10) ein Gemisch von einer Pikrinsäurelösung mit einer Fuchsinlösung, welche beide vor dem Vermischen mit Ammoniak versetzt sind. Durch verschiedene Mischungsverhältnisse kann man auf diese Weise alle Nüancen vom tiefsten bläulichen Roth bis in's hellste Orange hervorbringen. Da die Farbe erst durch Abdunsten des Ammoniaks entsteht, so dauert es einige Minuten bis sie in voller Schönheit erscheint. Löst man 1 Quentchen Pikrinsäure in 1/2 Pfund kochenden Wassers und setzt nach dem Erkalten 1/2 Loth Ammoniakflüssigkeit zu. löst ferner 1/2 Quentchen krystallisirtes Fuchsin in 3 Loth Weingeist, verdünnt mit 3/4 Pfund heißen Wassers, fügt wieder 3 1/2 Loth Ammoniakflüssigkeit zu und mischt beide Flüssigkeiten, nachdem die rothe Farbe des Fuchsins verschwunden ist, so hat man circa 1 Pfd. Beize, welche etwa 6 kr. kostet und zum Färben z.B. von 4 bis 6 Schaffellen hinreicht. Zum Ausfärben genügt ein 1- bis 2maliger Anstrich; Elfenbein und Knochen bedürfen eines sehr schwachen Salpetersäure- oder Salzsäurebades. Runde Gegenstände werden einige Zeit in die Beize gelegt; Holz kann vorher mit Kleister überzogen werden. – Mit Gelatine versetzt, kann die Beize auch als rothe Tinte dienen, da sie Stahlfedern nicht angreift.

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