Titel: Ueber Maiche's verbessertes Verfahren zur Stärkefabrication; von F. Moigno.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 10 (S. 377)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi04_10

Ueber Maiche's verbessertes Verfahren zur Stärkefabrication; von F. Moigno.

Hr. Maiche jun. (Rue Turenne Nr. 46 in Paris) hat eine wichtige Verbesserung in der Stärkefabrication erfunden, mittelst welcher sich ein weit größeres Ausbringen von reinem Amylum erzielen läßt als beim Arbeiten nach den bisher üblichen Methoden. Diese Verbesserung besteht in einem neuen Verfahren beim Durchsieben des – auf dem gewöhnlichen Wege erhaltenen – unreinen Stärkmehls. Nimmt man ein Sieb, dessen Maschen so eng sind, daß die Stärkekörnchen nicht hindurchgehen können, so lagern sich diese auf dem Siebboden ad und das Sieben geht nur tropfenweise von statten – d.h. der Proceß ist in der Fabrikpraxis unausführbar. Bringt man aber den Seiher oder das Sieb mit dem zu reinigenden Amylum in das Wasser selbst, anstatt das die Stärke enthaltende Wasser auf das Seihetuch laufen zu lassen, und ertheilt dabei dem Siebe durch Schwenken und Schütteln des Randes eine geeignete Bewegung, so strömt das mit den Amylumkörnchen beladene Wasser nach oben und reißt diese letzteren mit sich fort, während die fremden Substanzen auf dem Siebboden liegen bleiben. Der zu diesem Zwecke dienende Apparat besteht: 1) aus einem hölzernen Behälter, 2) aus einem zweiten Holzkasten von etwas kleineren Dimensionen, der in den ersten Behälter gut hineinpaßt und dessen Boden aus Seidengaze von der gehörigen Feinheit besteht; 3) aus einem Stoßrade, dessen Achse aus zwei, an der Kante des größeren Behälters befestigten Trägern ruht. Mittelst dieses Rades wird dem Siebe eine schüttelnde oder auf- und abgehende Bewegung mitgetheilt. Das unreine Stärkmehl wird durch einen Kautschukschlauch in das Sied gelassen, während das durch das Sieb gegangene, mit Amylum beladene Wasser durch ein anderes heberförmiges Rohr aus dem Siebe abfließt. Auf diese Weise behandelt, geben 23 Kilogr. unreines Stärkmehl 20 Kilogr. reines Amylum im Werthe von 16 Frcs. anstatt des bisher erzielten Werthes von 5 Frcs. 75 Cent., entsprechend einem Mehrertrage von 51 Frcs. 25 Cent. auf 100 Kilogr.

Dieses neue Verfahren ist bereits in einer Stärkefabrik zu Lurey (Departement Haute-Saône) eingeführt: man rechnet dort auf einen Reingewinn von 10,000 bis 20,000 Frcs. (Chemical News, vol. XV p. 182; April 1867.)

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