Titel: Verbesserung an Kartenläufen bei der Jacquardweberei; von Weblehrer Erlenbusch in Heidenheim.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 3 (S. 373–374)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi04_3

Verbesserung an Kartenläufen bei der Jacquardweberei; von Weblehrer Erlenbusch in Heidenheim.

Von jeher gab man sich viele Mühe, namentlich seitdem sehr große Dessins in damastirten Stoffen fabricirt werden, die Webekarten so viel als möglich zu schonen und dieselben in regelmäßig gutem Zustande zu erhalten. Dieß kann hauptsächlich durch |374| entsprechend gute Kartenläufe erreicht werden. Man hat im Laufe der Zeit verschiedene Systeme von Kartenläufen angewendet, um die Karten vor gewaltsamem Zerreißen zu schützen. Unter anderen wendete man die sogenannten Kartendrähte an, welche Methode auch von allen die beste ist. Aber auch diese Methode hatte ihre Mängel; der Hauptübelstand war der, daß manchmal die Drähte aus ihrer Lage nach einer Seite auswichen, so daß der betreffende Arbeiter von Zeit zu Zeit nachsehen mußte, um die aus ihrer Lage gewichenen Drähte wieder zu reguliren, da im Unterlassungsfalle der nach der Seite verschobene Draht am Kartenlauf hängen blieb und so der Kartentransport gestört, die Karten sogar gewaltsam zerrissen wurden.

Um dem Ausweichen nun vorzubeugen, kam man in Frankreich auf den Gedanken, die Kartendrähte an einer der Stellen, wo solche an die Karten festgebunden werden theils mit gebohrten Löchern, theils auch mit einer Kröpfung zu versehen. Es war dadurch allerdings das Ausweichen der Drähte vermieden, aber ein neues Uebel entstand: die Drähte mit Löchern versehen zerbrachen und im günstigsten Falle bogen sie sich, oder die Drähte mit Kröpfung versperrten den Raum und brachten Unregelmäßigkeiten in den Gang der Karten auf dem Jacquardcylinder gegenüber dem Nadelbret.

Der Verfasser hat nun eine Verbesserung an Kartenläufen angebracht, welche alle diese Uebelstände beseitigt. Sie besteht einfach darin, daß man, anstatt die Kartendrähte zu durchbohren oder zu kröpfen, Blechringchen auf den Draht an der Stelle anlöthet, wo der Draht in die Karten eingebunden wird. Durch diese Methode sind alle Störungen beim Kartentransport beseitigt und man darf wohl sagen, daß mit dieser Einrichtung die Webkarten mindestens doppelt so lange gut erhalten bleiben, als bei allen vorangegangenen.

An dem Kartenständer sowie dem Kartenlauf sind weitere Einrichtungen nicht erforderlich, nur sollen die zwei untersten Kartenwalzen am Ablauf zum Kartenständer des Kartenlaufs von Linden- oder leichtem Tannenholz circa 9 Centimeter Durchmesser haben; noch besser aber sind die sog. hohlen Haspelwalzen mit 6 Ecken, jede Ecke muß aber der Breite einer dazu gegebenen Karte entsprechen, z.B. für eine

400ers Karte muß jede Ecke 6,2 Centimeter breit seyn
600ers 7,4

(Württembergisches Gewerbeblatt, 1867 S. 126.)

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