Titel: Ballouhey's Verfahren zum Emailliren oder Verglasen des Guß- und Schmiedeeisens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 4 (S. 374)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi04_4

Ballouhey's Verfahren zum Emailliren oder Verglasen des Guß- und Schmiedeeisens.

Das Emailliren und Verglasen guß- und schmiedeeiserner Gegenstände ist bekanntlich schon lange eingeführt und das dabei beobachtete Verfahren besteht darin, ein leichtflüssiges, fein gepulvertes Email oder Glas auf die wohl gereinigte Oberfläche des vorher zum Rothglühen erhitzten Metalles zu vertheilen, so daß es schmilzt, oder aber das aufgestreute Email oder Glas in einem besonderen Ofen einzubrennen, wodurch im Allgemeinen ein festeres Anhaften erzielt wird. Da man zu diesem Zwecke ein Gemenge von stark basischen (alkalischen) Silicaten verwendet, so ist der Emailüberzug nicht sehr dauerhaft, sondern wird von salzigen und sauren Flüssigkeiten leicht angegriffen. – Um das Eisen in dauerhafterer und vollkommenerer Weise zu schützen, schlägt Ballouhey ein von den bisherigen Emaillir- und Verglasungsmethoden ganz abweichendes Verfahren ein. Er bringt nämlich die mit einem schützenden Ueberzuge zu versehende Metallfläche mit einem Gemenge der Substanzen, welche zur Fabrication des gewöhnlichen weißen Glases dienen (also mit einem passenden Glassatze) in Berührung, und erhitzt dann den Gegenstand bis zur Temperatur der Verglasung. Das Eisen oxydirt sich oberflächlich, das gebildete Eisenoxyd verbindet sich mit der Kieselsäure und es entsteht so ein eisenhaltiges Glas, welches mit dem Metalle einen Körper bildet. Die schützende Decke kann beliebig dünn oder stark gemacht werden; indessen ist es vorzuziehen, sie nur sehr schwach anzufertigen, weil sie dann der ungleichen Ausdehnung besser zu widerstehen vermag, ohne zu reißen oder abzuspringen.

Gegenwärtig werden Versuche abgeführt, nach diesem Verfahren die zum Beschlagen der Seeschiffe dienenden Platten zu verglasen, um dieselben dadurch gegen die corrodirenden Einwirkungen des Seewassers und gegen die Angriffe der Molusken etc. zu schützen. (Annales du Génie civil, Februar 1867, S. 132.)

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