Titel: Corduré's Verfahren zur hüttenmännischen Scheidung des Silbers vom Blei durch Zink.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 5 (S. 374–375)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi04_5
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Corduré's Verfahren zur hüttenmännischen Scheidung des Silbers vom Blei durch Zink.

Wiederholt ist versucht worden, zur Scheidung des Silbers vom Blei die Verwandtschaft des Zinks zu dem erstgenannten Metalle zu benutzen. Die schwierigste Aufgabe dabei bestand darin, kein Zink im Blei zu lassen und kein Silber bei der Kupellation zu verlieren. Zur Erreichung dieses Zweckes empfiehlt Corduré ein neues Mittel; sein Verfahren ist das nachstehende:

Nachdem das silberhaltige Blei eingeschmolzen ist, setzt man ihm eine geringe Menge Zink zu, rührt tüchtig um und läßt darauf das Metallgemisch ruhig stehen. Die entstandene Zinksilberlegirung steigt in Folge ihres gegen das des Bleies geringeren specifischen Gewichtes an die Oberfläche und erstarrt rasch, da sie strengflüssiger ist als das Blei. Es kommt nun darauf an, den richtigen Augenblick zu treffen, in welchem alles Zink, den Silbergehalt des Werkbleies mit sich führend, emporgestiegen ist und doch nicht so lange zu warten, bis die oberen Theile des Bleies krystallisiren. Man hebt die erstarrte Scheibe in diesem Momente von dem Blei ab und erhält auf diese Weise das Silber, verbunden mit Zink und einer gewissen Menge Blei.

Zur Trennung dieser drei Metalle von einander läßt sich die Destillation des Zinks nicht anwenden, weil dabei zu viel Silber verloren gehen würde; dagegen läßt sich dieser Zweck erreichen durch Umschmelzen der Legirung und Oxydation derselben mittelst eines Stromes von heißer Luft oder von überhitztem Wasserdampfe. Das erhaltene Oxydgemenge behandelt man dann mit Salzsäure und treibt den Rückstand auf dem Treibherde ab. Das erhaltene Chlorzink wird auf Zinkweiß verarbeitet, indem man es mit sehr fein gepulvertem kohlensaurem Kalke kocht; es entsteht dabei Chlorcalcium und kohlensaures Zinkoxyd, welches unmittelbar in Zinkweiß umgewandelt werden kann. (Annales du Génie civil, Februar 1867, S. 131.)

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