Titel: Clémandot's Verfahren zum Glasiren von Thonwaaren oder Poterien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 6 (S. 375)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi04_6

Clémandot's Verfahren zum Glasiren von Thonwaaren oder Poterien.

Clémandot, Director der Krystallglasfabriken zu Clichy, hat sich kürzlich ein neues Verfahren zum Glasiren von Irdwaaren patentiren lassen, welches er Silicatisirung der Poterien nennt. Dasselbe ist auf die Eigenschaft der Alkalisilicate (des Kali- und Natron-Wasserglases) gegründet, sich in Wasser leicht zu lösen und sich bei höherer Temperatur mit den Bestandtheilen der Poterien oder Irdwaaren zu verbinden. Diese Silicate können zu dem Zwecke in zweierlei Weise angewendet werden: entweder als oberflächlicher Ueberzug oder durch Imprägniren der Masse selbst.

Im ersten Falle wird auf den vollständig aus- oder aber den nicht ganz fertig gebrannten Thon eine Lösung des Alkalisilicates mittelst eines Pinsels aufgetragen und dieß wird so oft wiederholt, als es zur Bildung eines undurchdringlichen Ueberzugs oder einer solchen Glasur erforderlich ist; das Fertigbrennen muß bei einer Temperatur geschehen, welche hoch genug ist, die Silicate zum Schmelzen zu bringen und ihre Verbindung mit der Masse, aus welcher die so behandelten Gegenstände bestehen, zu vermitteln.

Im zweiten Falle werden die geformten oder gedrehten Gegenstände in die Wasserglaslösung getaucht; in Folge ihrer Porosität saugen sie dieselbe auf und werden dann gebrannt, wobei die Silicate schmelzen und mit dem Thone eine Glasur oder einen Fluß bilden, welcher die Poren verschließt und die Porterien vollkommen dicht macht.

Durch dieses einfache Verfahren können die bei gewöhnlichen oder gemeinen Thonwaaren bisher angewendeten Glasuren, auf welche selbst schwache Säuren stark angreifend wirken, und deren Base meistens in Bleioxyd besteht, beseitigt werden. (Annales du Génie civil, Februar 1867, S. 130.)

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