Titel: Das umgeänderte Podewils-Gewehr.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 3 (S. 454–455)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi05_3

Das umgeänderte Podewils-Gewehr.

In Nro. 37 der zu Wien erscheinenden Hirtenfeld'schen „Militär-Zeitung“ vom 11. Mai 1867 wird eine Beschreibung des dem bayerischen Podewils-Gewehre bei seiner Einrichtung zur Hinterladungswaffe gegebenen Verschlusses geliefert, wornach derselbe seinen Grundzügen nach dem in Bd. CLXXXI S. 161 dieses Journals mitgetheilten Lindner'schen Constructions-System entspricht, welches analog dem Eastman'schen Hinterladungsgeschütz-Verschlusse eine in diametral gegenüberstehenden Nuthen abgehobelte Schraube zur Basis hat, deren analog behandelte Mutter im Verschlußrahmen liegt und welche Schraube vermittelst eines an ihr angebrachten Hebels den Verschluß-Conus sowohl, zum Laden der Waffe, in dem Verschlußrahmen zurückziehen, als auch die Schraube, um 90 Grad gedreht, ihn wieder mit Schraubengewalt in den Ventilconus des Rohres einpressen läßt. – Die für Beibehaltung der Ladungsentzündung vermittelst eines gewöhnlichen Percussionsschlosses bei diesem Verschlusse von Lindner vorgeschlagene solide Einfügung des Zündhütchens in das Ende der Patrone ist dabei ebenfalls adoptirt worden, wodurch das Aufsetzen des ersteren auf das Piston sehr erleichtert wird. Der am Kopfe des Lindner'schen Verschlußconus in solchen Fällen angebrachte Patronenauszieher, um dessen eingekerbten Kopf sich die zur Aufnahme des Zündhütchens durchlochte Bodenscheibe der Patrone beim Schusse herumzupressen hat, fällt beim umgeänderten Podewils-Gewehre aber weg, da dessen Kappe der Patronenhülse, welche neben der Expansion des vorn ausgehöhlten Ventilkopfes |455| zur Dichtung des Verschlusses beizutragen hat, nebst sonstigen Hülsenresten beim nächsten Laden vorwärts geschoben und hernach durch den Schuß entfernt werden soll, und ferner kommt beim umgeänderten Podewils-Gewehr auch noch, sehr zweckmäßig, ein in Nuthen des Verschlußrahmens laufender Blechdeckel zum Schutze des Verschluß-Inneren vor Staub und Nässe zur Anwendung, welche Waffe in ihrer nunmehrigen neueren Eigenschaft als Vorderladungsgewehr dem oben angeführten Berichte zufolge an Treff-Fähigkeit und Percussionskraft, bei unmerklich gekrümmterer Flugbahn, nichts verloren hat.

Darapsky.

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