Titel: Bereitung einer haltbaren Maiweinessenz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 9 (S. 460)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi05_9

Bereitung einer haltbaren Maiweinessenz.

Freunden des Maitranks empfehlen wir folgende bewährte Bereitung einer haltbaren Essenz. Einen leichten Tischwein, wie er sich überhaupt am besten für dieß Getränke eignet, setzt man mit der etwa 6fachen Menge Waldmeister an, deren man sich gewöhnlich bedient, und läßt eine halbe Stunde ziehen. Die Kräuter geben in dieser Zeit nur ihr feinstes Arom ab. Der abgegossene Wein wird ohne Zuckerzusatz aufbewahrt. Eine Flasche dieser Essenz reicht hin, 5 bis 6 Flaschen Maitrank zu machen. Will man die Essenz versüßt aufheben, so muß man sehr viel Zucker hineinthun, so daß eine Art Syrup entsteht, wenig Zucker bewirkt Gährung. Es ist hierbei jedoch schwer, das richtige Verhältniß von Zucker und Arom zu treffen, um später bei der Bereitung des Getränkes bloß mit dem Weinzusatz auszureichen, ohne daß bei gehöriger Süße das Arom zurück- oder vortrete, oder aber bei genügendem Arom das Getränk nicht zu viel oder zu wenig süß schmecke. – Zur Bereitung des Maitranks mit frischen Kräutern kann man auf je eine Flasche Wein einen Strauß von etwa 100 Pflänzchen und 1/4 Pfd. Zucker rechnen; länger fortgesetztes Ziehen als eine halbe Stunde gibt einen etwas strengen Geschmack. Ihre volle Wirksamkeit entfalten die Kräuter zur Zeit der Blüthe. Zusatz anderer gewürzhafter Kräuter gibt leicht einen arzneiartigen Beigeschmack. Eine Apfelsinschnitte verdirbt nichts und erhöht nur den, wohlthuenden äußeren Anblick. (Badische Gewerbezeitung, 1867, Nr. 5.)

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