Titel: Ueber die Anwendung der Carbolsäure zur Abscheidung von Strychnin aus organischen Substanzen; von Paul Bert.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 14 (S. 539–540)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi06_14
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Ueber die Anwendung der Carbolsäure zur Abscheidung von Strychnin aus organischen Substanzen; von Paul Bert.

Schüttelt man eine verdünnte Lösung von chlorwasserstoffsaurem Strychnin mit einigen Tropfen Carbolsäure, so nimmt die Flüssigkeit das Ansehen einer Emulsion an und zeigt in diesem Zustande bei ihrer Anwendung als endermatisches Mittel eine nur geringe Wirksamkeit; doch wird diese verhältnißmäßige Indifferenz lediglich durch eine langsame Absorption, keineswegs aber etwa von einer Zersetzung des Strychnins durch die Carbolsäure bedingt; denn wenn man die letztere durch Aether entfernt, so erhält man eine ebenso klare und energisch wirkende Lösung, als man vor dem Zusatze der Carbolsäure hatte. Wird die Emulsion vorsichtig filtrirt und das Filtrat mit Aether behandelt, so verliert sie ihre giftigen Eigenschaften; wird dagegen der auf dem Filter gebliebene Rückstand in Wasser suspendirt und dann mit Aether von der ihm anhaftenden Carbolsäure befreit, so zeigt es sich, daß er aus dem ursprünglich angewendeten Alkaloidsalze – in dem vorliegenden Falle also aus chlorwasserstoffsaurem Strychnin – besteht.

Diesen Beobachtungen zufolge besitzt die Carbolsäure die Eigenschaft, das Strychninsalz in Suspension zu erhalten und die Abscheidung desselben in eigenthümlicher Weise zu erleichtern. Der Verfasser hat sich mehrfach überzeugt, daß auf diesem Wege Strychnin aus faulenden thierischen Substanzen mit Leichtigkeit abgeschieden und isolirt werden kann. (Gazette médicale.)

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