Titel: Neue Vorrichtung zum Aufsangen und Ableiten der Gichtgase bei Eisenhohöfen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 184/Miszelle 8 (S. 536)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj184/mi184mi06_8

Neue Vorrichtung zum Aufsangen und Ableiten der Gichtgase bei Eisenhohöfen.

Levèque hat eine Verbesserung in dem gegenwärtig üblichen Verfahren beim Aufgeben der Beschickung von Hohöfen, deren Gichtgase aufgefangen und benutzt werden, eingeführt, welche der Beachtung werth seyn dürfte. Die Gicht wird mittelst eines ringförmigen Deckels oder Rumpfes verschlossen, welcher aus einer Rinne oder einem Muffe besteht, worin ein schwach conisches Rohr steckt. Dieser Deckel bildet eine Art Glocke, deren oberer, nach innen gebogener Rand in einem zweiten Muffe ruht, welche von dem senkrechten Gasableitungsrohre oder Gasfange gebildet wird, dessen unterer Rand nach außen gebogen ist. Dieses Rohr mündet so hoch, daß die mit der Erzgicht beladenen Wagen ohne anzustoßen bequem unter ihm durchfahren können. Ist Alles geschlossen, so ruht die conische Glocke in den beiden mit Sand angefüllten Muffen und die in gerader Richtung aufsteigenden Gase strömen rechts und links in ein Rohr, durch welches sie in einen, im Ofengemäuer um die Gicht ausgesparten Canal und aus diesem in das eigentliche Abführungsrohr geleitet werden. Die Glocke kann mittelst eines Hebels in einer mit dem verticalen, zu der erforderlichen Höhe in sie hineinragenden Rohre parallelen Richtung emporgehoben werden. Die Bewegung dieses Hebels sperrt gleichzeitig durch Vermittelung eines Ventils die Communication des gemauerten Canales mit dem Gasableitungsrohre ab. Durch einen zweiten Hebel läßt sich eine ganz oben angebrachte Klappe öffnen, so daß die Gase während des Aufgebens frei entweichen können. Kommt der mit der Kohle, bezüglich Beschickungsgicht beladene Wagen an, so wird er bis über die Gicht vorgeschoben; dann wird die Falle geöffnet und die Gicht fällt auf einen eisenblechenen, mit der Spitze nach oben gekehrten Kegel, durch den die Charge gehörig vertheilt wird, indem die kleineren Stücke an die Peripherie, die größeren dagegen in die Mitte gelangen.105) (Annales du Génie civil, Februar 1867, S. 132.)

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Ein ähnlicher Apparat zum Auffangen und Vertheilen der Gichtgase, welcher gleichzeitig als Aufgeber und Vertheiler der Kohlen- und Beschickungsgichten dient, wurde vor längerer Zeit von dem französ. Hüttendirector Coingt zu Aubin erfunden; derselbe ist im polytechn. Journal, 1857, Bd. CXLIV S. 334 beschrieben.

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