Titel: Universal-Compensation für Pendeluhren und Chronometer; von Menon, Telegraphenbeamter zu Paris.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 6 (S. 80–81)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi01_6
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Universal-Compensation für Pendeluhren und Chronometer; von Menon, Telegraphenbeamter zu Paris.

Bei dieser sogen. Universal-Compensation wendet der Erfinder nicht etwa Combinationen aus zwei Metallen von verschiedenen Ausdehnungscoefficienten, sondern nur ein einziges Metall an. Das Princip seiner Construction besteht darin, daß ein sehr dünner Metallstreifen entweder in Form eines Ringes oder einer Spirale mit dem zu compensirenden Pendel in der Art verbunden wird, daß die durch Erwärmung eintretende Erweiterung, sowie die bei stattfindender Abkühlung erfolgende Zusammenziehung der compensirenden Spirale den Schwingungspunkt nach entgegengesetztem Sinne um den gleichen Betrag verrückt, um welchen eine normale Lage sich durch die eingetretene Wärmeänderung verändert hat.

Soll das Pendel einer Uhr gegen die eintretenden Wärmeänderungen nach diesem Principe compensirt werden, so stellt der Constructeur eine Spirale her, welche mit der Pendelstange gleiche Länge und gleiches Kaliber hat, und die – wie wir aus der uns vorliegenden schematischen Abbildung ersehen30) – mit ihrer Ebene senkrecht gegen die Pendellinse mit dieser verbunden ist. Das eine Ende der Spirale ist nämlich mit der Linse verlöthet oder um diese festgeschraubt, während das andere freie Ende die Achse eines Hebels enthält, der durch die Linse, in dieser frei spielend, geht. Findet durch Erwärmung eine Erweiterung der Spirale statt, so drückt der Hebel die Linse nach oben, bei eintretender Abkühlung wird letztere vom Hebel nach unten gedrückt, da dieselbe gleichsam durch die Spirale und den Hebel suspendirt ist, und innerhalb eines kurzen Intervalles leichte Verrückungen zuläßt. Wie die Spirale selbst mit der Pendelstange verbunden oder an der Rückwand angebracht ist, läßt sich aus unserer Quelle nicht erkennen.

Um die Balance eines Chronometers oder einer Taschenuhr zu compensiren, läßt der Constructeur die Corrections-Spirale unmittelbar auf die Feder der Balance einwirken. Letztere ist nämlich an ihrem freien Ende mit einem Stifte versehen, mit welchem sie innerhalb eines kurzen Spaltes oder einer Art Gabel frei verschiebbar ist, während ihr anderes Ende mit dem freien Ende der innerhalb derselben angebrachten Correctionsspirale mittelst eines kleinen Querbügels fest verbunden ist. Diese compensirende Spirale befindet sich vermuthlich an der Platine der Balance, ihr inneres Ende ist an dieser befestigt, während ihr freies Ende ein kleines Gegengewichtchen trägt. Bei eintretender Erweiterung zieht sie die Feder der Balance zusammen, und umgekehrt wird letztere sich erweitern können, indem die compensirende Spirale sich zusammenzieht.

Die eben (nach Les Mondes, t. XIII p. 654; April 1867) in Erwähnung gebrachte Anordnung von Menon hat einige Aehnlichkeit mit der bekannten Hebel-Compensation, und es ist nunmehr abzuwarten, in wie weit ihre Anordnung einfacher und wirksamer ausgeführt werden kann als die im Gebrauche stehenden Mittel für die Wärmecompensation bei Uhren.

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Diese Abbildung ist jedoch nicht geeignet, um die Construction in gehöriger Weise zu versinnlichen. Der Ref.

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