Titel: Ueber Ladd's magneto-elektrische Maschine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 1 (S. 160–161)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi02_1

Ueber Ladd's magneto-elektrische Maschine.

Wir haben über diese Maschine im polytechn. Journal (Bd. CLXXXI V S. 533) eine Notiz gebracht, welche wir durch eine umfangreiche Besprechung in Les Mondes (t. XIV p. 161; Mai 1867) einigermaßen zu ergänzen vermögen. Der Apparat, welcher jetzt mit dem Namen „magneto-dynamische Maschine“ bezeichnet wird, ist bei dem auf der Pariser Ausstellung befindlichen Exemplare aus zwei Platten von |161| weichem Eisen zusammengesetzt, deren Länge 69 Centim., Breite 30 Centim., Dicke 10,5 Centimeter beträgt, die horizontal angeordnet und in der Entfernung einiger Centimeter von einander getrennt erhalten werden. An ihren beiderseitigen Enden sind Ansätze mit hohlen cylindrischen Flächen aus weichem Eisen angebracht, innerhalb welchen je eine Armatur rotiren kann, die nach Art des Inductors bei dem magneto-elektrischen Apparate von Siemens und Halske ganz und gar angeordnet ist. Ein hinreichend starker isolirter Kupferdraht ist senkrecht zur Längenrichtung über jede Platte spiralförmig gewickelt und geht von einer Platte zur anderen, um eine geschlossene Kette zu bilden, in welche der Draht des einen der rotirenden Inductoren eingeschaltet ist; durch einen Commutator werden die Ströme von wechselnder Richtung immer nach gleichem Sinne durch den Draht der plattenförmigen Elektromagneten geleitet. Der zweite, auf der entgegengesetzten Seite des ersten angebrachte Inductor hat für diesen Apparat die Stelle des eigentlichen Inductors des magneto-elektrischen Apparates zu vertreten, bei dem die beständig nach gleichem Sinne polarisirten Platten den Elektromagnet bilden, welcher den permanenten Magneten der gewöhnlichen Apparate ersetzt. Die in dem Drahte des zweiten Inductors während der gleichzeitigen Drehung beider Inductoren erzeugten inducirten Ströme behalten die gleiche Richtung und haben in der äußeren Leitung, durch welche dieser Inductor geschlossen wird, die Licht-, Wärme- oder chemischen Wirkungen hervorzudringen.

Der Apparat werde entweder dadurch angeregt, daß die Platten (während der Drehung oder bloß temporär?) in die Ebene des magnetischen Meridians gebracht werden, oder was besser sey, daß man vor dem Beginne der Thätigkeit die Spirale der beiden Platten in eine hydro-elektrische Batterie während kurzer Zeit einschaltet; der nach dem Ausschalten der letzteren in den Platten entstandene remanente Magnetismus reicht dann – wie dieß von Wheatstone bekanntlich gezeigt wurde (polytechn. Journal Bd. CLXXXIV S. 15) – aus, um bei andauernder rascher Drehung der Inductoren den kräftigen Arbeitsstrom im zweiten Inductor zu erzeugen, dessen Quantität und Intensität der Notationsgeschwindigkeit proportional oder der aufgewendeten bewegenden Kraft entsprechend seyn soll. Die Stromeswirkungen des Apparates, die der Verfasser unserer Quelle gesehen hat, sollen – natürlich unter sonst gleichen Umständen – denen einer Bunsen'schen Batterie von 25 bis 30 Elementen (welcher Größe?) äquivalent seyn; unter Anderem soll dabei ein Platindraht von mehr als 1 Meter Länge bei einer Dicke von 1/2 Millimeter zum Weißglühen gebracht worden seyn.

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