Titel: Unterscheidung von Buchenholztheerkreosot und sogenanntem Steinkohlentheerkreosot (Phenylsäure).
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 9 (S. 165–166)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi02_9

Unterscheidung von Buchenholztheerkreosot und sogenanntem Steinkohlentheerkreosot (Phenylsäure).

Obgleich beide Stoffe in therapeutischer Hinsicht von gleichem Werthe sind, so hat sich doch unter ihnen eine physikalische Verschiedenheit herausgestellt, die in der Receptur in einem gewissen Falle von wesentlichem Einflusse ist, und welche auch als ein Unterscheidungsmittel für beide gelten kann. Eine Mischung aus gleichen Theilen oder aus 15 Theilen Kreosot und 10 Theilen Collodium wird in Form einer gelatinösen Substanz als Zahnschmerzmittel angewendet. Apotheker Hermann Rust hat nun beobachtet, daß das Buchenholztheerkreosot in dieser Mischung nicht gelatinirt und zur Darstellung des sogenannten Kreosotcollodium die Phenylsäure (oder das sogenannte Steinkohlentheerkreosot) verwendet werden müsse, und daß diese Mischung zugleich auch ein vortreffliches Unterscheidungsmittel für beide Stoffe sey.

|166|

Diese interessante Beobachtung kann ich nur bestätigen. Buchenholztheerkreosot gibt mit einem gleichen Volumen des officinellen Collodiums eine klare und nur etwas dicklichfließende Mischung, (sogenanntes) Steinkohlentheerkreosot dagegen eine nicht fließende ziemlich klare Gelatine. Diese entsteht auch, wenn das Buchenholztheerkreosot wenige Procente Steinkohlentheerkreosot enthält.

Außerdem hat man in einer schwach basischen verdünnten Eisenchloridlösung ein sehr einfaches Mittel, beide Stoffe von einander zu unterscheiden. Zu dem Ende gibt man, nach Dr. Hager, 2 Tropfen Aetzammoniakflüssigkeit in ein Reagensglas, dazu so viel Eisenchloridlösung, bis der anfangs entstehende Niederschlag sich unter Umschütteln wieder gelöst hat. Dann verdünnt man mit circa 4 Volumen Wasser. Die Buchenholztheerkreosot-Mischung wird dadurch grün, dann braun; die Steinkohlentheerkreosot-Mischung dagegen blau oder violett. (Hager's pharmaceutische Centralhalle, 1867, S. 151.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: