Titel: Schwarzfärben des Leders für Handschuhmacher; von C. Denninger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 13 (S. 246–247)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi03_13

Schwarzfärben des Leders für Handschuhmacher; von C. Denninger.

Im Allgemeinen ist zu beachten, daß das Schwarzfärben des Leders sich je nach den Mitteln richten muß, mit welchen das zu färbende Leder gegerbt worden ist; die |247| Behandlungsweise wird also eine verschiedene seyn, wenn das Leder in Thran, in Alaun oder mit Gerbstoffen gegerbt wurde. Der Verfasser gibt folgendes Verfahren für sämisches Leder (Waschleder) an: Man macht zunächst eine Abkochung von 1/2 Pfund Blauholzspänen und 1/4 Pfd. gemahlenen Galläpfeln in 2 Pfd. Brunnenwasser, seihet durch und läßt soweit abkühlen, daß man die Hand in der Flüssigkeit leiden kann. Das Leder wird, die zu färbende Seite nach oben, auf einen glatten Tisch ausgebreitet und mittelst eines verhältnißmäßig dicken, aus leinenen Lappen bestehenden Ballens, obige Farblösung aufgetragen und eingerieben. Wenn sie vollkommen und egal eingedrungen ist, wird auf die nämliche Farbe Eisenbeize in der Weise gebracht, daß man einen leinenen Lappen in dieselbe taucht und das Leder leicht und egal überfährt.

Die Eisenbeize bereitet man durch 6stündiges gelindes Kochen von gerosteten Eisenabfällen, Drehspänen u.s.w. mit starkem Weinessig; sie muß eine dunkle, weingelbe Farbe haben. Nach dem Behandeln mit der kalten Eisenbeize trocknet man dasselbe, wärmt die Farbenabkochung wieder auf und wiederholt den Färbeproceß ganz wie das erste Mal. Das getrocknete Leder wird nun mit einem in kaltes Wasser eingetauchten und etwas ausgedrückten Schwamm wiederholt so lange abgewaschen, resp. abgerieben, als noch Farbe abgeht, dann wieder getrocknet, nochmals gefärbt und abgewaschen, so lange bis die gewünschte Schwärze erreicht ist, bei welcher zur Verhütung des Abfärbens immer der oben aufliegende, nicht eingedrungene Antheil der Farbe auf erwähnte Weise abgewaschen werden muß. Um dem durch diese Procedur etwas hart gewordenen Leder die nöthige Milde wieder zu geben, wird eine ziemlich weiche Bürste mit Baumöl überstrichen und mit ihr das geschwärzte Leder überfahren. Die Farbe wird dadurch augenblicklich aus Grauschwarz in Kohlschwarz verwandelt, das Leder bekommt etwas Glanz und nach einigem Ausrecken, d.h. Hin- und Herziehen, seine vorige Weiche und Dehnbarkeit wieder. (Deutsche Gerberzeitung, Nr. 37.)

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