Titel: Ueber Insectenvertilgung in zoologischen Cabineten; von Dr. Theodor Koller.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 15 (S. 248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi03_15

Ueber Insectenvertilgung in zoologischen Cabineten; von Dr. Theodor Koller.

Schon seit langer Zeit bemerkte ich an den ausgestopften und gut conservirten Exemplaren von Schwarzdrossel, Misteldrossel, Würger, Uferschwalbe u.s.w. zu meinem größten Mißbehagen die heimlichen Verwüstungen eines kleinen Feindes, des Ptinus fur L., des kleinen Diebes oder Kräuterdiebes, welcher eine besondere Vorliebe für mein zoologisches Cabinet entwickelte.

Gegen den kleinen Feind wurde nun eine große Anzahl von Waffen angewendet; aber leider gieng er immer wieder siegreich aus dem Kampfe hervor. Selbst Kreosot, so leicht flüchtig und (in ähnlichen Fällen) sicher wirkend, widerstand nicht seinem Heldenmuthe. In dieser Zeit der Noth griff ich zum Petroleum, und ihm gebührt die Siegespalme.

Ich bohrte in die Holzkästchen, welche die ausgestopften Exemplare beherbergten, mittelst eines feinen Bohrers eine kleine Oeffnung und tropfte durch einen sehr langen und dünnen Glastrichter auf den Boden des Holzkästchens etwas Petroleum, wie es eben im Kaufladen als Brennöl abgegeben wird. Die Bohröffnung verschloß ich dann sogleich wieder vollkommen luftdicht mit Cement und stellte die fraglichen Kästchen in einem dem Laboratorium nahen Zimmer aus, welches immer eine ziemlich gleichmäßige Temperatur – gegen 12° C. – besitzt.

Nach verhältnißmäßig kurzer Zeit konnten in keinem der so behandelten Kästchen weitere Zerstörungen beobachtet werden und jetzt ist, nach Verlauf eines größeren Zeitraumes, mit aller Sicherheit zu behaupten, daß das Petroleum auch in dieser Richtung wesentliche Dienste leistet und zur Anwendung in zoologischen Cabineten wohl empfohlen werden darf.

Nöthig ist selbstverständlich eine gewisse Temperatur, um die Verflüchtigung des Petroleums zu befördern. (Neues Jahrbuch für Pharmacie, Bd. XXVII S. 211.)

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