Titel: Ueber directes Vergolden von Eisen; von Paul Weiskopf in Görlitz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 5 (S. 242–243)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi03_5

Ueber directes Vergolden von Eisen; von Paul Weiskopf in Görlitz.

Zum Vergolden von Eisengegenständen eignet sich vortrefflich das sogenannte Glanzgold |243| der Porzellanfabriken.75) Der gut gereinigte und polirte Gegenstand wird mit einer Boraxlösung in Gummiwasser gleichmäßig bestrichen und vollständig getrocknet. Dann wird das Glanzgold so gleichmäßig als möglich und nicht zu stark aufgetragen und der Gegenstand über einer Weingeistlampe langsam erwärmt bis sich an allen Stellen ein schöner, etwas bläulicher, Goldglanz zeigt. Dann erhitzt man rasch noch etwas stärker und läßt erkalten. Für Galanteriewaaren genügt ein einmaliges Auftragen der Goldflüssigkeit, für Gegenstände, die eine technische Verwendung haben, muß man die Manipulation 2–3 Mal wiederholen und das letzte Mal, wenn es der Gegenstand erlaubt, bis zur beginnenden Rothgluth erhitzen. – Ich habe auf diese Weise Lapisformen vergoldet, die mir dann sehr gute Dienste leisteten. Zeigte sich irgendwo die Goldschicht nach dem Putzen schwach, so wurde diese Stelle wieder mit Glanzgold überzogen. Diese Vergoldung ist billig und läßt eine sehr ausgebreitete Anwendung zu. Obstmesser, chirurgische und chemische Instrumente dürsten, auf diese Weise vergoldet, sehr gut verwendbar seyn. – Bemerken muß ich noch, daß sich Stahlgegenstände nach dem Einbrennen des Goldes auch wieder im Wasser Härten lassen, nur verliert das Gold an Glanz.

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Man s. über die Bereitung des Glanzgoldpräparates polytechnisches Journal Bd. CLXXXII S. 254.

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