Titel: Anwendung der Bandsäge zum Durchschneiden dicker Schmiedeeisen-Platten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 3 (S. 322)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi04_3

Anwendung der Bandsäge zum Durchschneiden dicker Schmiedeeisen-Platten.

In der Ausstellung des englischen Kriegsministeriums im Ausstellungsparke zu Paris findet sich neben vielem höchst Interessantem ein verhältnißmäßig unscheinbarer Gegenstand, der aber gewiß alle Aufmerksamkeit verdient.

In einer der Werkstätten des Arsenals in Woolwich kam man nämlich darauf, daß sich mehrere Zoll dicke Platten Schmiedeeisen ohne große Mühe mittelst einer kaum gezahnten Bandsäge sowohl gerade als nach beliebigen krummen Linien durchschneiden lassen. Zur Veranschaulichung dieses sind Stücke von schmiedeeisernen Panzerplatten für Schiffsbekleidung bekanntlich 3–4'' dick ausgestellt, aus denen Namenszüge, sowie beliebige Curven mit ziemlicher Genauigkeit ausgesägt sind, und wobei sowohl das ausgeschnittene Stück als der Abfall zur genauen Ansicht vorliegen.

Nach einer Notiz, welche den Proben beiliegt, hat man gefunden, daß nach angestellten Versuchen die vortheilhafteste Geschwindigkeit, welche man einer Bandsäge zu diesem Zwecke zu geben hat, ungefähr 250 engl. Fuß per Minute beträgt.

Um sich ein Bild von der Arbeitsleistung zu machen, ist ferner gesagt, daß in einer 1 Zoll dicken Platte eine Schnittlänge von 1 1/2 Zoll per Minute erzielt werden kann.

Es ist selbstverständlich, daß die Platte kalt gesägt wird und daß der Schnittfläche stets etwas Oel oder Seifenwasser zuzufließen hat.

Diese ganze Arbeitsweise der Bandsäge in dem Eisen ist unseres Wissens neu und überraschend; unter gewissen Verhältnissen dürfte sie allgemeinere Anwendung finden können. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1867, Nr. 32.)

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