Titel: Verfahren, die Schiffshölzer sowie die Hölzer zu Bollwerks-Befestigungen und Hafenbauten gegen die Zerstörung durch Bohrmuscheln und Bohrwürmer zu schützen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 14 (S. 407–408)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi05_14

Verfahren, die Schiffshölzer sowie die Hölzer zu Bollwerks-Befestigungen und Hafenbauten gegen die Zerstörung durch Bohrmuscheln und Bohrwürmer zu schützen.

Daß wir unsere Holzschiffe mit einer Kupferhaut überziehen müssen, hat im Wesentlichen seinen Grund in der Ansiedelung jener tunnel-bauenden Muscheln, deren correcte Arbeiten jedes Ingenieurs Bewunderung erregen, wo sie zu seiner Ansicht gelangen. Aber wie sehr es auch gelungen ist, das bereits zum Schiffsboden verwendete Bauholz gegen die mäandrischen Spaziergänge der Bohrwürmer (Teredines) und der selbst felsenbohrenden Bohrmuscheln (Pholaden) zu schützen, – alles Holz, welches bei Ufer Befestigungen zur Anwendung kommen muß, ist nach wie zuvor den so unerwünschten Eindringlingen Preis gegeben. Die in Paris in der Nähe des Crecle international unter großen Bauwinden in einem Winkel der Ausstellung befindlichen „Testobjecte“ beweisen aber, daß auch für die zu Uferbauten nothwendigen Hölzer, wenigstens für einige Jahre, durch die Chemie Hülfe geboten werden kann.

Sowohl an belgischen als an französischen Küsten, wo sich jene tunnel-bauenden Holz-Bohrer angesiedelt haben, versenkte man verschiedene behauene Stämme 1) im rohen Zustande, 2) mit schwefelfadenen Kupfersalzen, und 3) mit Kreosot durchtränkt. Man wandte Hölzer der weichen canadischen Pappel, der Fichte, der Strandkiefer (Pinus maritima) und der Eiche an, ließ dieselben in verschiedenen Graden der Imprägnation ein bis drei Jahre an den betreffenden Wohnplätzen jener Muschelthiere und stellte nun 1867 die also erzielten Resultate zu Jedermanns Ansicht aus. Dieselben liefern den Beweis, daß selbst das weiche Pappelholz gegen die Angriffe der Bohrwürmer sicher ist, wenn man es nur möglichst vollständig mit Kreosot imprägnirt hat. Eine dreijährige submarine Conservirung an den Brütplätzen der Bohrmuscheln änderte nichts an der Structur desselben, während überall da die Tunnelbauten |408| sich nachweisen, wo das Kreosot nicht eingedrungen ist.117) Kupfersalze boten selbst nicht für ein Jahr den erwarteten Schutz. (Deutsche Ausstellungszeitung Nr. 56.)

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Daß aber das Holz durch Imprägnirung mit Kreosot nicht auf die Dauer gegen Zerstörung durch die Bohrassel (Limnoria terebrans) geschützt werden kann, welches kleine Insect sich häufig in den nördlichen Meeren findet, haben die Erfahrungen und Versuche an englischen Werften unzweifelhaft herausgestellt; das bei den betreffenden Meeresbauten angewandte Holz war von dem Erfinder des Kreosotirens selbst (Hrn. Bethell) mit Kreosot vollständig imprägnirt worden; man sehe die bezügliche Mittheilung von David Stevenson im polytechn. Journal Bd. CLXXI S. 228. A. d. Red.

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