Titel: Ueber den Einfluß der Effluvien der Zuckerfabriken auf das Wasser der Bäche.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 16 (S. 408)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi05_16

Ueber den Einfluß der Effluvien der Zuckerfabriken auf das Wasser der Bäche.

In der am 2. Juni 1866 abgehaltenen Sitzung der naturforschenden Gesellschaft zu Halle sprach Prof. Heintz über den Einfluß der Effluvien der Zuckerfabriken u. Zuckerraffinerien auf das Wasser der Bäche, in welche dieselben übergehen. Durch die Untersuchungen des Prof. Kühn in Halle ist schon vor längerer Zeit nachgewiesen, daß in den Gährungsräumen der Zuckerraffinerien niedere pflanzliche Gebilde und Keimsporen derselben vorkommen, welche dem Bachwasser zugeführt bei gleichzeitiger Gegenwart sowohl stickstoffhaltiger als stickstofffreier organischer Substanz sich ins Ungeheure vermehren können, so daß sie das Bett solcher Bäche in Meilenlänge und darüber vollständig auskleiden. Aus den directen Versuchen des Vortragenden ergibt sich, daß diese niederen Pflanzen auch im Lichte in verhältnißmäßig kurzer Zeit große Mengen Schwefelwasserstoffgas entwickeln können, wenn in dem Wasser, in welchem sie vegetiren, schwefelsaure Salze vorhanden sind. Daher nimmt das Wasser jener Bäche den Geruch nach Schwefelwasserstoff an und trübt sich durch sich ausscheidenden Schwefel. Diesen Schwefel findet man da, wo der Bachboden ziemlich eben ist, als weißlichen Ueberzug desselben. Unter demselben lagert eine viel mächtigere Schicht eines schwarzen Schlammes, welcher aus Schwefeleisen besteht. Letzteres muß aus dem stets vorhandenen Eisenoxyd durch den gebundenen Schwefelwasserstoff erzeugt werden.

Der Vortragende theilte dann noch seine Versuche mit Fischen mit, aus denen sich ergibt, daß so, vermöge der durch die niederen pflanzlichen Gebilde mit Schwefelwasserstoff imprägnirtes Bachwasser auf diese Thiere giftig wirkt und sie je nach dem Gehalt desselben an jenem Körper in längerer oder kürzerer Zeit tödtet. (Bericht der genannten Gesellschaft vom Jahre 1866, S. 12.)

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