Titel: Hipp's Dampfbohrmaschine zur Beseitigung anstehender Felsen im Rhein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 3 (S. 400–401)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi05_3
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Hipp's Dampfbohrmaschine zur Beseitigung anstehender Felsen im Rhein.

Bei den Correctionsarbeiten im Rhein bediente man sich bis zum Jahre 1860 bloßer Handbohrmaschinen, welche stündlich etwa 2 bis 2,5 Centimet. Bohrlochtiefe per Mann lieferten; in diesem Jahre wurden aber ausgedehnte Versuche mit der Schwartzkopff'schen Gesteinsbohrmaschine begonnen, welche wegen der zahllosen Reparaturen und wegen der Unmöglichkeit der Abbohrung tieferer als 52 Centimet. tiefer Löcher kein günstiges Resultat lieferte. Diese unter anderen Umständen sehr genau arbeitende Maschine war namentlich deßwegen unbrauchbar, weil der Bohrer nach dem Schlage höchstens 2 Centim. gehoben wird, während der Bohrer in weichem Gestein oft um mehr als 2 Centimet. eindringt, der Arbeiter überhaupt einen so geringen Spielraum unter Wasser gar nicht bemessen kann. Auch ist es ein Uebelstand, daß der Bohrer durch Federn gehoben wird, weil diese, wenn sie die Reibung im Bohrloch überwinden sollen, so stark gemacht werden müssen, daß sie dann die Wirkung des Schlages sehr beeinträchtigen. Ein weiterer Uebelstand ist der, daß die Steuerung beim Klemmen des Bohrers ganz gehemmt ist und nur durch Lösen desselben wieder in Gang tritt. Nach Abänderung dieser Maschine auf Handsteuerung erreicht man zwar die Möglichkeit, 1,25 Meter tiefe Löcher abzubohren, aber eine zu geringe Totalleistung per Tag, und der Verfasser entwarf daher eine neue Bohrmaschine, mit welcher seit 1863 gute Resultate erzielt worden sind.

Es ist dieß eine einfach-wirkende Fallbohrmaschine mit Handsteuerung, deren Kolbenstange mit dem Bohrmeißel direct verschraubt ist und 31,4 Centim. Hub macht. Beim Anhube läßt man den Dampf unter den Kolben treten. Wenn derselbe sich dem oberen Ende des Hubes nähert, so wird die Stange um 1/15 ihres Umfanges gedreht und ein Ventil im Deckel des Cylinders aufgestoßen, durch welches Oberdampf eintritt, so daß der Kolben mit großer Energie niederfällt. Diese Maschine, welche mit Gerüst und Wagen 700 Thlr. kostet, bohrt per Minute bei 110 bis 130 Hüben mit einem 8 Centimet. starken Kronenbohrer 5 bis 6,5 Centim. Loch ab und es können mit einer Schärfe 50 bis 100 Centimet. Loch hergestellt werden. Man stellt täglich 8 bis 10 Bohrlöcher von 130 bis 180 Centimet. Tiefe her und schießt mit Blechpatronen von 2 bis 5 Pfd. Inhalt und Sandbesatz, wobei sich die Kosten per Meter Loch auf 3 5/6 Thlr. und per Kubikmet. Masse auf 3,78 Thlr. belaufen, während bei der Handarbeit der Meter Loch bei 5 Centimet. Weite auf 17,4 Thlr. und der Kubikmeter Masse auf 97 Thlr. zu stehen kam. (Zeitschrift für Bauwesen.)

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