Titel: Ueber eine sehr einfache Methode um Jod und Brom in derselben Lösung zu erkennen; von Phipson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 8 (S. 404–405)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi05_8
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Ueber eine sehr einfache Methode um Jod und Brom in derselben Lösung zu erkennen; von Phipson.

Diese Methode, um die Gegenwart des Broms und des Jods in einem Mineralwasser, überhaupt in einer verdünnten Lösung nachzuweisen, worin sich diese beiden Körper befinden, ist außerordentlich empfindlich; sie beruht auf den von mir entdeckten Thatsachen, daß in Gegenwart von Schwefelkohlenstoff und freiem Chlor die Jodide zuerst zersetzt werden und die Bromide nachher, ferner daß der Chlorkalk auf das im Schwefelkohlenstoff aufgelöste Jod so einwirkt, daß das Jodchlorid JCl⁵ entsteht, welches sich auflöst und den Schwefelkohlenstoff ungefärbt läßt. Befindet sich aber ein Bromid in der Lösung, so nimmt der Schwefelkohlenstoff eine Orangefarbe an.

Man gießt in eine zwei Fuß lange unten geschlossene Glasröhre ein wenig von der zu untersuchenden Lösung: ist dieselbe nicht ein Mineralwasser, so muß man sie stark verdünnen; man säuert mit Chlorwasserstoffsäure an, und gießt ein wenig Schwefelkohlenstoff hinein. Hernach gießt man, jedesmal in kleiner Menge, eine gesättigte Chlorkalklösung hinein, und indem man die Röhre mit dem Finger verschließt, bewirkt man nach jedem Zusatz von unterchlorigsaurem Salz, daß dasselbe in jeder Richtung durch den Schwefelkohlenstoff ziehen muß. Der Schwefelkohlenstoff nimmt zuerst die purpurviolette Farbe des Jods an, welche unter dem Einfluß einer allmählich sich vergrößernden Chlormenge immer schwächer wird, dann vollständig verschwindet, und in diesem Zeitpunkt nimmt der Schwefelkohlenstoff, wenn Brom vorhanden ist, die Orangefarbe an, welche dieser Körper veranlaßt. Enthält hingegen die Lösung kein Brom, so bleibt der Schwefelkohlenstoff farblos. (Comptes rendus, t. LXV p. 176; Juli 1867.)

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