Titel: Zu- und Abnahme des Stärkegehaltes in den Kartoffeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 11 (S. 482–483)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi06_11

Zu- und Abnahme des Stärkegehaltes in den Kartoffeln.

Untersucht man genauer den Stärkegehalt der Kartoffeln, so findet man, daß in denselben, wenn auch schon die Knolle aus der Erde genommen und vom Kraute getrennt worden ist, unaufhörlich bis in den Winter hinein der Gehalt an Amylum zunimmt, so daß zur Stärkebereitung die Kartoffeln mit Vortheil erst im December oder Januar verwendet werden können. Es ist nach angestellten Versuchen das Verhältniß des Stärkegehaltes in einer frischen, dem Boden erst entnommenen reifen Kartoffel |483| und einer bis zum Januar aufbewahrten, wie 10 : 17. Erst im Frühjahr, wenn die Keimkraft erwacht, bemerkt man eine Abnahme des Stärkegehaltes in der Kartoffel. Verfolgen wir genau den Keimungsproceß der Kartoffeln, so bemerken wir, daß dieselben zuerst anfangen schleimig zu werden. Nach Verlauf von einigen Tagen nehmen die Kartoffeln einen süßen Geschmack an; das aus der Stärke während des Keimungsprocesses sich gebildet habende Dextrin macht die Kartoffel schleimig; der aus dem Dextrin sich bildende Zucker bedingt den süßen Geschmack. In der Erde schreitet dieser Umwandlungsproceß noch weiter fort, die Kartoffel wird immer weicher und wässeriger und wenn alle Stärke, resp. Zucker, zum Wachsthum der jungen Pflanzen verbraucht ist, tritt als Fortsetzung der Verwesungsproceß ein, dessen Producte, Kohlensäure, Wasser und Ammoniak als Nahrungsmittel für die schon etwas ältere Pflanze angesehen werden müssen. (Schneider's Berichte.)

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