Titel: Versuche mit den neuen Systemen von Hinterladungsgewehren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 2 (S. 478)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi06_2

Versuche mit den neuen Systemen von Hinterladungsgewehren.

Bei den seit Monaten auf der Schießschule zu Spandau unausgesetzt fortgeführten Versuchen mit den zahlreichen seit vorigem Jahr erfundenen und fertiggestellten neuen Hinterladungs-Systemen hat sich bisher allein das amerikanische Peabody-Gewehr (beschrieben im polytechn. Journal Bd. CLXXXII S. 278) als dem preußischen Zündnadelgewehr ebenbürtig und sogar in mehreren Beziehungen überlegen bewiesen. Mit dem französischen Chassepot-Gewehr (beschrieben im polytechn. Journal Bd. CLXXXIV S. 50) ist dieß dagegen nicht entfernt der Fall gewesen. Dasselbe besitzt zwar eine Ladegeschwindigkeit von nur 3 Secunden gegen 3 1/2 Secunden, welche das Zündnadelgewehr hierzu erfordert, allein dieser einzige Vorzug, wie noch einige geringere Vortheile, wird durch die häufigen Versager mehr als aufgewogen, welchen diese Waffe wegen ihres difficilen und complicirten Mechanismus ausgesetzt ist (auf je 34 Schuß bei dem einen Versuch z.B. bei dem einen dazu benutzten Gewehr 12, bei dem anderen 14 Versager). Aus derselben Ursache vermag auch der Ersatz unbrauchbar gewordener Theile nicht unmittelbar mit der Hand, sondern nur durch Anwendung von Werkzeugen zu erfolgen, und endlich besitzt das Gewehr eine so bedeutende Seitenabweichung der Geschosse, daß es auf weitere Entfernungen kaum noch einen sicheren Schuß gestattet. Die Tragweite wird für dasselbe als genau die nämliche wie bei dem Zündnadelgewehr angegeben. (Kreuzzeitung, 27. August 1867.)

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