Titel: Empfindliches Reagens auf Salpetersäure; von C. D. Braun.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 4 (S. 479)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi06_4

Empfindliches Reagens auf Salpetersäure; von C. D. Braun.

Ein solches ist das schwefelsaure Anilin; es ist in der That überraschend, welch' geringe Spuren von Salpetersäure nach folgendem Verfahren nachgewiesen werden können.

In ein Uhrglas gieße man etwa 1 Kubikcentimeter reine concentrirte Schwefelsäure (1,84 spec. Gewicht), und setze dann tropfenweise 1/2 Kubikcentimeter schwefelsaure Anilinlösung hinzu, die man durch Auflösen von 10 Tropfen käuflichem Anilin in 50 Kubikcentimeter verdünnter Schwefelsäure (1 : 6) bereitet. Mit der auf Salpetersäure zu prüfenden Flüssigkeit benetzt man nun einen Glasstab und fährt mit diesem kreisförmig am Rande durch die Probemischung. Bläst man nun einige Mal über die Flüssigkeit, damit sich diese langsam mischt, so erscheinen, wenn Spuren von Salpetersäure anwesend sind, intensiv incarnatrothe Kreisbogen oder Striche und allmählich erscheint die ganze Flüssigkeit rosenroth. Nimmt man etwas mehr Salpetersäure, ebenfalls noch Spuren, so erscheint die Flüssigkeit carminfarben und wird endlich durch Zusatz von 1 Tropfen sehr verdünnter Salpetersäure tief roth und allmählich schmutzig braunroth gefärbt. Noch mehr Salpetersäure bringt eine tief braungelbe schmutzige Färbung hervor.

Auf die einfachste Weise gelingt es mittelst dieses Verfahrens die in der sogenannten englischen Schwefelsäure des Handels vorkommenden geringen Mengen von Salpetersäure zu entdecken. In gewöhnlichen Brunnenwässern habe ich dieselbe ebenfalls leicht aufgefunden, und ebenso wird dieß in dem Regenwasser nach einem Gewitter der Fall seyn, welches nach den Beobachtungen Liebig's stets salpetersäurehaltig ist.

Diese Reaction gibt außer der Salpetersäure auch die salpetrige Säure; diese Methode leidet daher mit fast allen übrigen Reactionen auf Salpetersäure an gleichem Uebelstande. Ob aber gleichzeitig salpetrige Säure anwesend ist, läßt sich, wenn nur Spuren zugegen sind, am besten mit durch Schwefelsäure angesäuertem Jodkalium-Stärkekleister erkennen. (Zeitschrift für analytische Chemie, Jahrgang 1867, S. 71.)

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