Titel: Schutz der Frauenkleider gegen Verbrennung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 185/Miszelle 7 (S. 481)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj185/mi185mi06_7

Schutz der Frauenkleider gegen Verbrennung.

Die traurigen Vorfälle, welche in letzter Zeit die schon so oft beklagte Feuerempfänglichkeit der weiblichen Kleiderstoffe neuerdings wieder zum Gegenstande allgemeinen Nachdenkens gemacht haben, wurden begreiflicherweise Anlaß, daß in vielen chemischen Laboratorien Versuche zur Herstellung von „feuersicheren“ Stoffen für die Frauenkleidung gemacht wurden. Es ist wohl an und für sich nicht so schwer, Gewebe durch Präparirung mit verschiedenen Stoffen minder entzündlich (um nicht zu sagen „unverbrennlich“ ) zu machen; aber um einer solchen Zubereitung (Appretur) allgemeine Verbreitung zu sichern, muß sie möglichst einfach, wohlfeil und Jedermann leicht zugänglich seyn.131) Nun veröffentlichte der Hüttenchemiker Bergrath Patera in der „Neuen freien Presse“ ein sehr einfaches Verfahren, durch einen mit Salmiak und Gypsbrei versetzten Stärkekleister Unterrocksstoffe, sowie leichtere Gewebe, z.B. Tülle, bei der gewöhnlichen Operation des Wäsche-Steifens so zu präpariren, daß sie von der Flamme eines Zündhölzchens wohl entzündet, aber nicht in Flamme gesetzt werden können und ein Stück oder ein Streifen des Stoffes verglimmt, ohne den Brand weiter zu verbreiten. Wir haben mehrere Stücke solcher nach Patera's Anleitung von einer gewöhnlichen Wäscherin präparirter Stoffe selbst angebrannt und das rasche Verlöschen eines glimmenden Stückchens mitten auf dem Stoffe oder vom Rande aufwärts beobachtet. Es wäre immer schon viel werth, wenn das Unglück, welches ein Funke anrichten kann, solchergestalt auf einen höchstens handbreiten Brandfleck localisirt werden könnte. (Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen.)

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Auf Veranlassung der Königin von England haben die Chemiker Versmann und Oppenheim schon im Jahre 1859 ausführliche Versuche angestellt, um zu ermitteln welche Substanzen am geeignetsten seyen, baumwollene und leinene Stoffe vor Entflammung zu schützen. Die Methode, welche seitdem zu diesem Zweck in englischen Manufacturen von gewebten Stoffen (Muslins, Tarlatans etc.) angewandt wird, sowie die Methode, welche in englischen Manufacturen und Wäschereien für Fabricate angewandt wird, welche (wie fertige Kleider etc.) gebügelt werden müssen, wurden im polytechn. Journal Bd. CLXVII S. 467 mitgetheilt. A. d. Red.

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