Titel: Leclercq's Schrotmühle für Körnerfrüchte.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186, Nr. LXXX. (S. 369–370)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/ar186080

LXXX. Schrotmühle für Körnerfrüchte von Leclercq, Fabrikant in Grenelle bei Paris.

Aus Armengaud's Génie industriel, Juli 1867, S. 19.

Mit Abbildungen auf Tab. VIII.

Wie die Wurzel- und Häckselschneider, so haben sich auch die Kornschrotmühlen in der Landwirthschaft als unentbehrlich erwiesen, indem bei Anwendung derselben der Nahrungswerth der Körner sich beträchtlich erhöht.

Die bisher gebräuchlichen Schrotmühlen bestehen aus geriffelten Walzen, welche zwar in ihrer Construction sehr einfach sind, in der Praxis aber verschiedene Uebelstände zeigen, die hauptsächlich darin ihren Grund haben, daß sich die Riffeln leicht zusetzen, wornach die Mühle eine mangelhafte Arbeit liefert.

Leclercq's Apparat ist, obgleich er auf den ersten Blick etwas complicirt erscheint, doch den gewöhnlich zu demselben Zwecke angewendeten Maschinen in jeder Hinsicht vorzuziehen, denn er bietet alle Garantien einer dauernd guten Arbeit.

Der Apparat ist in Fig. 23 im Verticalschnitte abgebildet.

Fig. 24 ist die Seitenansicht eines ähnlichen, aber etwas kleineren Apparates, welcher für Handbetrieb eingerichtet ist.

In beiden Modellen besteht der Apparat aus einem feststehenden gußeisernen Mantel C, welcher sich nach unten derart erweitert, daß er |370| den nöthigen Raum enthält, um den (in seinem Inneren conisch ausgehöhlten) Mühlstein C' aufzunehmen.

Der bewegliche conische Mühlstein D', welcher nach oben in eine gußeiserne kegelförmige Spitze D ausläuft, ist auf der Achse E, die ihre drehende Bewegung durch die conischen Räder p und R erhält, befestigt.

Der über dem Mantel C angebrachte Trichter A ist zur Aufnahme der zu schrotenden Körner bestimmt. Diese fallen aus ersterem in eine Rinne B, welche durch die Stangen b, b'... so aufgehängt ist, daß sie in eine mit der Umlaufsgeschwindigkeit der Maschine veränderliche zitternde Bewegung versetzt werden kann, welche durch einen an dem Rade R befindlichen rinnenförmigen Ausschnitt p, worin ein an der Rinne B befestigter Stift a läuft, hervorgebracht wird. Das Korn fällt aus der Rinne B zwischen den Gußmantel C und den Metallconus D, welche beide mit großen Riffeln versehen sind, und deren Conus so gewählt ist, daß sich der zwischen beiden befindliche Raum gegen die Basis hin immer mehr verengt, so daß das Korn oben nur eine vorläufige Quetschung erleidet, durch welche es zum wirklichen Mahlen, das später unter der Wirkung der beiden Mühlsteine C' und D' stattfindet, vorbereitet wird.

Das Schwungrad V ist bei dieser Maschine an dem unteren Ende der verticalen Welle E aufgehängt, anstatt es, wie dieß gewöhnlich geschieht, auf die Betriebswelle zu setzen. Diese Anordnung gewährt den Vortheil, daß man der größeren Umfangsgeschwindigkeit wegen das Gewicht desselben beträchtlich verringern kann.

Die Welle E ruht nicht auf einem Dorn, sondern auf einem Stahlring c, welcher in einer Rinne d angebracht ist, die das zum Schmieren der Maschine nöthige Fett aufzunehmen hat. Diese Rinne wird durch einen kupfernen Deckel verschlossen, welcher das Eindringen des Staubes verhindern soll.

Unter den beiden Mühlsteinen C' und D' befindet sich eine Blechrinne e, welche die Mahlproducte auffängt und durch den Ausguß e' einem untergestellten Behälter zuführt.

Der beschriebene Apparat kann auch mit Vortheil zu anderen Zwecken verwendet werden, z.B. zum Zerquetschen von Malz in Brennereien, zur Fabrikation von Sago-Griesmehl, Beinschwarz etc.

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