Titel: Gewinnung von Kohks aus Steinkohlenasche.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 2 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi01_2

Gewinnung von Kohks aus Steinkohlenasche.

Die Steinkohlenaschen von den verschiedensten Feuerungen, z.B. von Dampfkesseln, Puddel-, Schweiß-, Gas-, Glas- etc. Oefen, enthalten bekanntlich stets einen verhältnißmäßig sehr hohen Procentsatz von Kohks, der oft bis 2/3 und mehr der ganzen Masse beträgt und bei größeren Werken einen gar nicht unbedeutenden Werth repräsentirt.

Man wird auf gut verwalteten Werken sich stets bemühen, aus den Aschen möglichst viel des werthvollen Brennmaterials wiederzugewinnen; doch sind die dazu angewendeten Einrichtungen nicht immer die zweckmäßigsten. Es darf daher wohl darauf hingewiesen werden, daß die bekannte Maschinenfabrik von Sievers und Comp. in Kalk bei Deutz a. Rh. die Fabrication von Apparaten zum Auswaschen der Kohks aus Steinkohlenaschen als eine ihrer Specialitäten betreibt und daß ihre Apparate, von denen jetzt gegen 100, namentlich in den großen Etablissements Rheinlands und Westphalens im Betrieb sind, ein überraschend großes Ausbringen bei sehr niedrigen Kosten ergeben. Selbstverständlich werden diese Apparate in sehr verschiedenen Größen gebaut. Der kleinste Waschapparat besteht aus einer Sortirtrommel, welche den Staub und die ganz groben Schlacken ausscheidet und den Rest zum Waschen vorbereitet. Letzterer wird dann auf den Waschkasten gebracht und von diesem in Schlacke und Kohks getrennt, von denen erstere unten aus dem Kasten fällt, während die ganz reinen Kohks oben ausgetragen werden. Der Waschkasten hebt sich die nöthigen Wasser selbst aus einem Behälter, in welchen auch die gebrauchten Wasser zur Wiederverwendung geführt werden. Der Apparat kann durch Menschenkraft oder mechanisch bewegt werden: er verarbeitet per Stunde bis 15 Scheffel Asche, bedarf dazu bei Maschinenbetrieb 2, bei Menschenbetrieb 4 Arbeiter und kostet 425 Thlr. Ein größerer Waschapparat mit 2 Sortirtrommeln, der stündlich 30 Scheffel Asche verarbeitet und zu seiner Bedienung 4 Arbeiter bedarf, kostet 750 Thlr., ein noch größerer, bei dem besonders auf möglichste Ersparniß von Handarbeit Rücksicht genommen ist, der stündlich 40 Scheffel Asche verarbeitet und dazu nur 2 Arbeiter bedarf, kostet 1275 Thlr.; ein Becherwerk hebt bei ihm die Asche in die hochliegende Sortirtrommel, aus welcher die seine Staubasche und die groben Schlacken direct in untergestellte Fördergeschirre, die zum Waschen |76| bestimmten Sorten aber in zwei untergestellte Waschkasten fallen, denen eine Pumpe die Waschwasser zuhebt. Ein noch größerer Waschapparat endlich, bei dem noch mehr Rücksicht auf Lohnersparniß genommen ist und der mit nur 3 Arbeitern stündlich 60 Scheffel Asche verarbeitet, kostet 1750 Thlr. (Deutsche Industriezeitung, 1867, Nro. 5.)

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