Titel: Ueber das Verhalten des Chloroforms gegen das Licht; von J. M. Maisch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 5 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi01_5

Ueber das Verhalten des Chloroforms gegen das Licht; von J. M. Maisch.

Das zu diesen Untersuchungen angewendete Chloroform hatte ein specifisches Gewicht von 1,492 bei + 21°C., war absolut säurefrei und färbte Schwefelsäure nicht im geringsten. Zur Darstellung des verdünnten Chloroforms wurden 8 Unzen von diesem Präparate mit 1 Drachmenmaaß starken Alkohols versetzt. Die benutzten Gefäße bestanden aus Flintglas und hatten gleiche Form und Größe; sie wurden mit genau gleichen Gewichtsmengen von Chloroform gefüllt. Die Versuche dauerten eine Woche lang und wurden in den heißen Tagen des August v. J. angestellt; sie führten zu nachstehenden Resultaten: 1) Reines Chloroform vom spec. Gewicht 1,492 muß bei seiner Aufbewahrung vor dem Zutritte von Licht gänzlich geschützt werden. 2) Um |77| Chloroform bei Lichtzutritt aufbewahren zu können, ohne daß es sich zersetzt, muß sein spec. Gewicht verringert werden, was am besten durch Zusatz von etwa 2 Drachmenmaaßen 95proc. Alkohol zu 1 Pfd. Chloroform von der Dichtigkeit 1,492 geschieht.

Bei der Wiederholung einiger dieser Versuche wurde dem Vorhandenseyn von Feuchtigkeit in mehreren der Flaschen und der Einwirkung derselben auf das Chloroform besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Chloroform von 1,492 spec. Gew., welches durch längeres Stehen über Chlorcalcium vollständig ausgetrocknet worden, ward sowohl in absolut trockene, als auch in etwas feuchte Flaschen gebracht und beiderlei Gefäße wurden der Einwirkung des zerstreuten Tages- und des directen Sonnenlichtes ausgesetzt. In den feucht gewesenen Flaschen ließ sich die Gegenwart von freiem Chlor viel früher nachweisen als in den im trockenen Zustande angewendeten, obgleich auch das in den letzteren enthaltene Präparat ohne alle Zersetzung sich nicht aufbewahren ließ. War dagegen das Chloroform bis zu dem spec. Gewichte von 1,475 und darunter verdünnt worden, so wurde selbst nach vierzehntägiger Belichtung durch das directe Sonnenlicht bei Gegenwart einiger Tropfen Wasser in der Flasche kein Chlor frei. – Der hier näher bezeichnete Alkoholgehalt des Präparates steht der Anwendung desselben zu medicinischem Zwecke – d.h. zur Inhalation – nicht entgegen, da derselbe per Unzenmaaß nur ungefähr 40 Tropfen beträgt. (Aus den Proceedings of the American Pharmaceutical Association, durch die Chemical News vom 7. Juni 1867.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: