Titel: Ueber die Bestimmung des Jodgehaltes in den Jodlaugen der Anilinfarbenfabriken; von R. Fresenius.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 11 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi02_11

Ueber die Bestimmung des Jodgehaltes in den Jodlaugen der Anilinfarbenfabriken; von R. Fresenius.

Die aus Anilinfarbenfabriken in den Handel gebrachten Jodlaugen enthalten neben Jodalkalimetallen auch arsensaure, arsenigsaure etc. Alkalien, sowie Jod in organischen Verbindungen. Sie werden nur dem Jodgehalt nach bezahlt. Zu dessen Bestimmung empfiehlt der Verf. folgendes Verfahren: Etwa 10 Grm. der Lauge versetzt man mit 2 Grm. concentrirter Kalilauge, dampft in einer Porzellan-, Silber- oder Eisenschale zur Trockne ab und glüht den Rückstand längere Zeit schwach, bis die organischen Substanzen zerstört sind. Dieses Glühen muß man wegen des dabei auftretenden Kakodyloxyds in einem guten Abzuge vornehmen. Den erkalteten Rückstand erschöpft man mit siedendem Wasser. Man bringt das Filtrat auf 250 Kubikcentimet. und bestimmt in 20 Kubikcentimet. desselben das Jod, indem man dieses in einer Stöpselflasche durch Schwefelsäure und Untersalpetersäure frei macht, durch Schütteln mit Schwefelkohlenstoff |159| von der sauren Flüssigkeit trennt, den Schwefelkohlenstoff wiederholt mit Wasser schüttelt, bis dieses Waschwasser nicht mehr sauer reagirt, und schließlich mit unterschwefligsaurem Natron titrirt.

Uboldini hat beobachtet, daß viele neutrale Alkalisalze, namentlich Kochsalz, aus Jodkalium beim Glühen Jod austreiben. Es war daher zu fürchten, daß bei dem oben vorgeschriebenen Glühen zur Zerstörung der organischen Substanzen Jod verloren gehen könnte. Directe Versuche haben den Verf. aber überzeugt, daß bei Anwendung überschüssigen Alkalis keine Spur von Jod entweicht. (Zeitschrift für analytische Chemie, Jahrg. 1866 S. 318.)

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