Titel: Verfahren zur Darstellung von Glycerinseifen; von George Payne, Techniker der Belmont-Werke zu Battersea.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 14 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi02_14
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Verfahren zur Darstellung von Glycerinseifen; von George Payne, Techniker der Belmont-Werke zu Battersea.

Zur Darstellung glycerinhaltiger, mehr oder weniger transparenter Seifen wurde bisher gewöhnliche Seife fein geschabt, getrocknet und dann in Alkohol gelöst, worauf mit diesen alkoholischen Lösungen verhältnißmäßig geringe Mengen von Glycerin vermischt wurden; der Alkohol wird dann abdestillirt oder durch Erwärmen verdunstet.16) Nach dem Verfahren, welches dem Erfinder patentirt wurde, werden Transparentseifen dargestellt, welche verhältnißmäßig erhebliche Glycerinmengen enthalten, während gleichzeitig der kostspielige Proceß der vorläufigen Bereitung alkoholischer Seifenlösungen aus getrockneten Seifen vermieden wird. Zu diesem Zwecke wird gewöhnliche Seife in fein zertheiltem Zustande mehrere Stunden lang mit Glycerin erhitzt, wobei sie sich in dem letzteren löst. Die Masse wird von Zeit zu Zeit tüchtig umgerührt, um eine möglichst vollständige Verbindung oder Vermischung beider Substanzen herbeizuführen. Der Erfinder verwendet dazu gewöhnlich gefüllte Seifen, und nimmt dieselben entweder in flüssigem Zustande, heiß, wie sie aus dem Kessel kommen, oder er zerschabt sie, nachdem sie erstarrt und zu Riegeln zerschnitten sind. Indessen läßt sich jede andere fertig gekochte Seifensorte in beliebigem Zustande zur Fabrication von Glycerinseife verwenden. Der Patentträger bringt 5 Centner Seife in einen mit einem Mantel versehenen und von diesem aus mittelst Dampf geheizten Kupferkessel, und setzt ebensoviel destillirtes Glycerin zu; beide Substanzen werden längere Zeit hindurch mit einander erhitzt und von Zeit zu Zeit umgerührt, bis sich alle Seife aufgelöst hat, wozu durchschnittlich acht bis zehn Stunden erforderlich sind. Dann wird die klare Lösung abgezogen und auf die übliche Weise in Formen gegossen, worauf die erstarrte Seife schließlich zu Riegeln und kleineren Stücken zerschnitten wird, welche dann noch beschnitten, in beliebige Formen gepreßt und geglättet werden können. (Mechanics' Magazine, August 1867, S. 143.)

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Wir verweisen auf Dr. Heeren's Aufsatz über die Darstellung von Glycerinseife im polytechn. Journal Bd. CLXXX S. 481.

Anm. d. Red.

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