Titel: Einfache Verfahrungsweise, metallisches Kupfer in feinster Pulvergestalt, sowohl auf nassem wie trockenem Wege zu gewinnen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 5 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi02_5

Einfache Verfahrungsweise, metallisches Kupfer in feinster Pulvergestalt, sowohl auf nassem wie trockenem Wege zu gewinnen.

Nach der ersteren, von O. Löw im Neuen Jahrbuch für Pharmacie Bd. XXI S. 340 empfohlenen Methode vermischt man eine gesättigte Lösung von Kupfervitriol mit ihrem gleichen Volumen gewöhnlicher Salzsäure und dringt dann in diese Mischung einen hinreichend großen Zinkblechstreifen. Unter stürmischer Wasserstoffgasentwickelung scheidet sich sofort das Kupfer in kürzester Zeit als eine poröse schlammige Masse ab, die sich durch Schütteln in's feinste Pulver verwandeln läßt. Durch ungesäumtes Auswaschen mit anfangs schwachem, schließlich wasserfreiem Alkohol, unter Vermeidung künstlicher Wärme, erhält man den Kupferstaub auf diese Weise oxydfrei.

Ein gleiches Resultat erzielt man, unseren (Böttger's) Beobachtungen zufolge, in sehr kurzer Zeit, auf sogenanntem trockenem Wege, durch Reduction von Kupferoxyd mittelst gewöhnlichen aus Steinkohlen bereiteten Leuchtgases. Bringt man zu dem Ende schwarzes Kupferoxyd in einen kleinen Glaskolben (Kochfläschchen), den man mittelst eines Bunsen'schen dreifachen Gasbrenners von außen stark erhitzt, und leitet durch den doppelt durchbohrten, mit passenden Glasröhren versehenen Kork Leuchtgas in den Glaskolben, so sieht man in wenig Minuten schon eine vollständige Reduction des Kupferoxydes zu metallischem Kupfer eintreten.

Das auf die eine öder andere hier mitgetheilte Weise gewonnene Kupferpulver läßt sich unter Mitanwendung von sogenanntem Quickwasser (einer Auflösung von salpetersaurem Quecksilberoxyd) und metallischem Quecksilber zur Anfertigung eines dickflüssigen, breiigen Kupferamalgams, einer schnell erhärtenden Legirung, behufs Reproduction von gravirten oder geätzten Stahlplatten mit Vortheil verwenden. (Böttger's polytechnisches Notizblatt, 1867, Nr. 19.)

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