Titel: Neues Verfahren zur Fabrication der Weinsäure.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 11 (S. 245)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi03_11

Neues Verfahren zur Fabrication der Weinsäure.

Juette und de Pontèves suchten zur Fabrication der Weinsäure, welche bis jetzt ausschließlich aus der Weinhefe gewonnen wird und deren Preis immer noch sehr hoch ist, die ausgepreßten oder bereits der Destillation unterworfenen Weintrestern zu benutzen, welche nur noch als Dünger Werth haben. Ihr Verfahren ist das folgende: Die Trestern werden mit 2 Proc. Schwefelsäure versetzt und mehrere Stunden lang gekocht; dadurch wird die in gebundenem Zustande vorhandene Weinsäure frei gemacht, während der nicht in Gährung übergegangene Antheil Zucker nicht nur unzersetzt bleibt, sondern auch durch die Einwirkung der Schwefelsäure auf den Cellulosegehalt der Rückstände eine gewisse Menge Traubenzucker gebildet wird, der im Verein mit jenem Zucker in gelöstem Zustande der Gährung unterworfen werden kann, wornach die Flüssigkeit bei der Destillation eine nicht unbedeutende Quantität Alkohol liefert. Nach dem Decantiren der erwähnten zuckerhaltigen Flüssigkeit wird Kalkmilch zugesetzt; es bildet sich weinsaurer Kalk und aus diesem wird die Weinsäure auf dem gewöhnlichen Wege ausgeschieden. Nach Angabe der Erfinder gibt die von der Production einer Million Hektoliter Wein zurückbleibende und auf die angegebene Weise behandelte Trestermenge 200000 Kilogr. Weinsäure im Werthe von etwa 600000 Fr. (Annales du Génie civil, August 1867, S. 535.)

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