Titel: Neues Verfahren zur Behandlung der Fette bei der Kerzen- und Seifenfabrication.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 12 (S. 245–246)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi03_12

Neues Verfahren zur Behandlung der Fette bei der Kerzen- und Seifenfabrication.

Die Verseifung der Fette, welche bei Gegenwart alkalischer Basen, sowie selbst bei Gegenwart von Bleioxyd, vollständig stattfindet, tritt bei Berührung mit flüssigem Aetzammoniak nicht ein; jedoch erfolgt eine theilweise Verbindung und eine Veränderung der chemischen Constitution, durch welche die Emulsirung der Fette im Wasser |246| befördert wird. Von dieser Thatsache ausgehend, benutzt Bourgougnon das Ammoniak zur Behandlung der Fettsubstanzen bei der Seifen- und Kerzenfabrication. Bekanntlich bestehen die Fette, wenn wir das Glycerin unberücksichtigt lassen, aus starrem oder festem Margarin und Stearin und aus flüssigem Olein. Durch den Verseifungsproceß werden diese drei Körper zu Margarinsäure, Stearinsäure und Oleinsäure umgewandelt. Da die Oleinsäure ein lästiges Nebenproduct von nur geringem Werthe ist, so sucht der Erfinder ihre Bildung zu vermeiden. Zu diesem Zwecke behandelt er die Fette mit flüssigem Ammoniak in der Weise, daß eine vollständige Emulsion entsteht; darauf wird das Ganze ausgepreßt. Das Ammoniak bewirkt eine Trennung der genannten drei Substanzen und das Olein läßt sich von den beiden anderen Körpern beinahe vollständig scheiden. Man hat demnach nur ein fast ganz oleinfreies Gemenge von Stearin und Margarin zu verseifen; folglich muß auch das Product ziemlich frei von Oleinsäure ausfallen.

Nach des Erfinders Bemerkung bildet die durch eine derartige Behandlung der Fette entstandene Emulsion eine zu Maschinenschmiere sehr geeignete Substanz, eine Angabe, welche durch Versuche zu bestätigen sein wird. (Annales du Génie civil, August 1867, S. 538)

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