Titel: Ueber die Benutzung von Exhaustoren in Gasfabriken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 4 (S. 241–242)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi03_4

Ueber die Benutzung von Exhaustoren in Gasfabriken.

Nach einer von dem Vorstande des Vereines von Gasfachmännern ausgeführten Erhebung über die Verwendung von Exhaustoren in Gasfabriken zum rascheren Entfernen |242| des Gases aus den Retorten liegt die Grenze, bis zu welcher die Gasanstalten im Allgemeinen ohne Exhaustoren arbeiten, zwischen 5 und 10 Millionen Kubikfuß Jahresproduction. Die Grenze, bis zu welcher die Anstalten es vortheilhaft finden, den Exhaustorbetrieb zeitweise einzustellen, ist nicht genau zu bestimmen; die meisten lassen den Exhaustor stehen, wenn die Tagesproduction auf 10,000 bis 15,000 Kubikfuß gesunken ist. Weitaus die ausgedehnteste Anwendung finden die Beal'schen Exhaustoren (einer rotirenden Pumpe ähnlich construirt); nur in sehr wenigen Anstalten werden Cylinderpumpen oder Kolbenexhaustoren und Ventilatoren angewendet. Als Vortheile der Anwendung des Exhaustors wurden folgende constatirt. Zunächst eine Mehrausbeute an Gas, die zu 1 bis 37 Proc., im Mittel zu 11 Proc. angegeben wird. Ob diese Mehrausbeute ausschließlich der Verminderung der Leckage zuzuschreiben ist, oder ob sich bei dem durch den Exhaustor bewirkten geringeren Drucke in den Retorten überhaupt mehr permanente Gase aus den Kohlen entwickeln, darüber scheinen die Meinungen getheilt zu seyn. Weiter wird übereinstimmend die geringere Graphitbildung und die damit zusammenhängende längere Dauer der Retorten, sowie der Umstand hervorgehoben, daß die Risse in den Retorten sich nach dem Ausbrennen viel leichter und schneller dichten lassen. Der Verschluß der Retortendeckel ist weit leichter, und im Nothfall kann man bei Exhaustorbetrieb auch Harz, Holz etc. in Chamotteretorten verwenden etc. Allgemein wird hervorgehoben, daß der Betrieb mit Exhaustor regelmäßiger und sicherer sey, als ohne denselben, und keine einzige Anstalt, die mit Exhaustor arbeitet, spricht sich unzufrieden über denselben aus. Die Anlagekosten betrugen bei einer Jahresproduction bis zu 10 Millionen Kubikfuß durchschnittlich 1473 Thaler und stiegen bis zu einer solchen von 50 bis 70 Millionen Kubikfuß durchschnittlich auf 3248 Thlr. Die Betriebskosten per 1000 Kubikfuß Production betrugen in den extremen Fällen 0,55 und 22,8 Pf., im Durchschnitt 7,2 Pf., und selbst bei kleinen Anstalten nur in einzelnen Fällen über 1 Sgr.

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