Titel: Ueber das Auftreten von Thalliumtrioxyd bei der Elektrolyse thalliumhaltiger Verbindungen, sowie über eine auffallende Eigenschaft dieses Oxydes; von Prof. Böttger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 7 (S. 243–244)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi03_7

Ueber das Auftreten von Thalliumtrioxyd bei der Elektrolyse thalliumhaltiger Verbindungen, sowie über eine auffallende Eigenschaft dieses Oxydes; von Prof. Böttger.

Eine neulich von mir beobachtete Eigenschaft des braunen Thalliumtrioxyds gibt vielleicht späterhin einmal, wenn das Thallium in größerer Menge und auf wohlfeilerem Wege wird zu gewinnen seyn, Veranlassung zur Fabrikation einer neuen Art von phosphorfreien Streichzündhölzern. Das genannte Oxyd sieht man unter anderen bei der Elektrolyse verschiedener in Wasser gelöster Thalliumsalze, z.B. des salpetersauren und schwefelsauren Thalliumoxyds auf dem als Anode dienenden Platinblechstreifen sich in Gestalt eines fest anhaftenden braunen Ueberzuges ablagern, während an der Kathode metallisches Thallium in silberglänzenden krystallinischen Blättchen sich abscheidet. Auf chemischem Wege gewinnt man das Trioxyd mit großer Leichtigkeit in Gestalt eines an Farbe dem Bleisuperoxyd frappant ähnlich aussehenden dunkelbraunen Pulvers, wenn man frisch gefälltes Chlorthallium mit einer unterchlorigsauren Natronlösung (mit vorwaltendem Aetznatron) in der Wärme digerirt. Unterwirft man ein Gemisch dieses trockenen Thalliumtrioxyds und Schwefelblumen einer mäßig starken Friction, so sieht man dasselbe unter Explosion sich entzünden. Mengt man dagegen das Trioxyd mit circa dem achten Theil seines Gewichtes sogenanntem Goldschwefel (Antimonsupersulfid), so sieht man bei verhältnißmäßig schwacher Friction dieses Gemisch sich ganz ruhig entzünden. Eine nützliche pyrotechnische Verwendung dieses letzteren Gemisches dürfte daher hoffentlich wohl nicht lange auf sich warten lassen. Unter Anderem will ich hier nur erwähnen, daß dieses Gemisch vom kleinsten elektrischen Funken sich entzünden läßt, ja in dieser Hinsicht das bekannte Gemisch von gleichen Gewichtstheilen chlorsaurem Kali und schwarzem Schwefelantimon weit übertrifft. |244| Hierbei kann ich auch nicht unerwähnt lassen, daß das pikrinsaure Thalliumoxyd sich durch Schlag gleichfalls leicht entzünden läßt. (Jahresbericht des physikalischen Vereins in Frankfurt a. M. für 1865–66.)

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