Titel: Crawshay's Verfahren zum Raffiniren von Roh- und Gußeisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1867, Band 186/Miszelle 9 (S. 244)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj186/mi186mi03_9

Crawshay's Verfahren zum Raffiniren von Roh- und Gußeisen.

George Crawshay zu Gateshead am Tyne hat kürzlich auf ein „neues Verfahren zum Präpariren oder Raffiniren von Roh- und Gußeisen für den Puddelproceß“ ein Patent genommen. Nach diesem Verfahren soll das Eisen in einem Kupolofen oder einem anderen für den Zweck geeigneten Gebläseofen mit einem Zuschlage von Thon und Eisenschlacken, bei zu großer Strengflüssigkeit auch noch unter Zusatz einer geringen Menge Stabeisen, oder von gebranntem Kalk, Kalkstein oder Kreide, eingeschmolzen werden, wodurch es, indem es in fein vertheiltem Zustande mit den Zuschlagsmaterialien wiederholt in Berührung komme, auf seinem Wege durch dieselben von vielen Verunreinigungen befreit werde. Der Thon soll in rohem oder auch in gebranntem Zustande, z.B. in Form alter Backsteine, falls dieselben nicht zu sandig sind, angewendet werden. Zur weiteren Verbesserung der Qualität des Eisens soll auch eine gewisse Menge guter Eisenerze, in rohem oder aufbereitetem Zustande, während des Schmelzprocesses zugesetzt werden, und zwar, den Erfahrungen des Erfinders entsprechend, im Verhältnisse von 5 Ctr. Erz auf 3 Ctr. Metall. Das niedergeschmolzene Roheisen wird in eiserne Formen, oder aber n Formen aus Sand, der zur Verhütung des Anbackens von Sandkörnern mit der nöthigen Menge Kohlengestübbe vermengt seyn muß, abgestochen. – Die Menge des zuzuschlagenden Thones soll nach der Qualität desselben regulirt, durchschnittlich aber sollen auf 1 Tonne Roheisen 4 Ctr. Thon und 6 Ctr. Cinders genommen werden. Der Thon soll möglichst frei seyn von Schwefel, Phosphor und freier Kieselsäure. – Das auf diese Weise behandelte Eisen soll nach der Behauptung des Erfinders einer weiteren Raffinirung nicht bedürfen und soll sich mit erheblicher Ersparung an Zeit und Brennmaterial verpuddeln lassen. Die Zuschlagsmaterialien sollen die schädlichen Beimengungen des Roheisens, Schwefel, Silicium, Phosphor, Arsen ausscheiden; die Menge des Zuschlags soll nach der Menge dieser vorhandenen Substanzen regulirt werden. Roheisen soll mehr davon bedürfen als altes Gußeisen. – Mittelst dieses Processes behauptet der Erfinder, ein Eisen von sehr guter Qualität zu erhalten. (Mechanics' Masgazine, Juli 1867, S. 43.)

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